Das Bun­des­ge­setz über die Rück­erstat­tung unrecht­mä­ssig erwor­be­ner Ver­mö­gens­wer­te poli­tisch expo­nier­ter Per­so­nen (RuVG) ist am 1. Febru­ar 2011 in Kraft getre­ten. Es regelt die Sper­rung, Ein­zie­hung und Rück­erstat­tung von unrecht­mä­ssig erwor­be­nen Ver­mö­gens­wer­ten poli­tisch expo­nier­ter Per­so­nen (PEP) und ihres Umfelds, wenn auf­grund des Ver­sa­gens des Justiz­sy­stems im betref­fen­den Staat ein Rechts­hil­fe­ver­fah­ren in Straf­sa­chen zu kei­nem Ergeb­nis führt.

Das RuVG ist sub­si­di­är zum Rechts­hil­fe­ge­setz (IRSG). Es sieht einen von der Straf­ver­fol­gung der PEP zu unter­schei­den­den Ver­fah­rens­weg vor, indem es die Ein­zie­hung von Ver­mö­gens­wer­ten, die offen­sicht­lich unrecht­mä­ssi­ger Her­kunft sind, ohne vor­gän­gi­ge straf­recht­li­che Ver­ur­tei­lung der betref­fen­den PEP ermög­licht.

In der heu­ti­gen Medi­en­mit­tei­lung des Eid­ge­nös­si­schen Depar­te­ments für aus­wär­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten (EDA) heisst es zum Ver­fah­ren:

In die­sem Sin­ne kann der Bun­des­rat das Eid­ge­nös­si­sche Finanz­de­par­te­ment (EFD) beauf­tra­gen, vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Kla­ge auf Ein­zie­hung gesperr­ter Ver­mö­gens­wer­te zu erhe­ben. Auf­grund des Gerichts­ent­scheid, wel­cher vor dem Bun­des­ge­richt ange­foch­ten wer­den kann, kön­nen die gesperr­ten unrecht­mä­ssig erwor­be­nen Ver­mö­gens­wer­te zum Zweck einer trans­pa­ren­ten Rück­erstat­tung an den Her­kunfts­staat ein­ge­zo­gen wer­den, sofern die PEP nicht die recht­mä­ssi­ge Her­kunft der Ver­mö­gens­wer­te nach­weist. Die ein­ge­zo­ge­nen Ver­mö­gens­wer­te wer­den sodann vom Bund über die Finan­zie­rung von Pro­gram­men von öffent­li­chem Inter­es­se an die Bevöl­ke­rung des Her­kunfts­lan­des rück­erstat­tet.

Juana Vasella

Posted by Juana Vasella

RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.