Beim White Turf 2002 kam es zu einem Unfall, als sich ein Pfer­de­schlit­ten in der Abschran­kung der Renn­bahn ver­hakt hat. Das BGer schützt nun die Fest­stel­lung der Vor­in­stan­zen als nicht will­kür­lich, dass zum dama­li­gen Zeit­punkt kei­ne taug­li­chen Alter­na­ti­ven zu den ver­wen­de­ten Holz­pfo­sten bestan­den. Es lag des­halb kein Werk­man­gel iSv OR 58 I vor. Das BGer fasst bei die­ser Gele­gen­heit sei­ne Recht­spre­chung zum Werk­man­gel und zur Selbst­ver­ant­wor­tung der Werk­nut­zer zusam­men (E. 2.3).

Zwar räumt das BGer ein, dass durch Bret­ter, wel­che die ein­zel­nen Pfo­sten in den Kur­ven der Bahn ver­bun­den hät­ten, die Gefahr des Ein­ha­kens mög­li­cher­wei­se ver­min­dert wor­den wäre. Dar­auf kam es aber ange­sichts der Selbst­ver­ant­wor­tung der Renn­teil­neh­mer nicht an: 

Die Gefahr, abge­drängt zu wer­den, war den Teil­neh­mern des Ren­nens bewusst. Sie bil­de­te ein dem Trab­renn­sport inhä­ren­tes Risi­ko, dem die Teil­neh­mer durch aus­rei­chen­den Abstand zuein­an­der hät­ten begeg­nen kön­nen und wofür der nöti­ge Platz zur Ver­fü­gung stand, wie nach dem ange­foch­te­nen Urteil fest­steht. Um eigent­li­che Fal­len, die sich bei regel­kon­for­mem Ver­hal­ten der Teil­neh­mer öff­ne­ten und vor wel­chen der Werk­ei­gen­tü­mer bzw. der Sport­ver­an­stal­ter schüt­zen muss, kann es sich dem­nach bei den vom Beschwer­de­füh­rer bean­stan­de­ten Abschran­kun­gen nicht han­deln, zumal die­se seit lan­gem regel­mä­ssig ver­wen­det wur­den, ohne dass es zu ent­spre­chen­den Pro­ble­men gekom­men wäre. Wenn die Vor­in­stanz bei die­ser Sach­la­ge fest­hielt, von der Renn­bahn sei kei­ne die Sport­art über­stei­gen­de Gefahr aus­ge­gan­gen, wel­cher sich die Teil­neh­mer nicht bewusst und in Selbst­ver­ant­wor­tung aus­ge­setzt hät­ten, ist dies nicht zu bean­stan­den.”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.