Direk­ti­on der Justiz und des Inne­ren des Kan­tons Zürich hat­te in einer Wei­sung von 2009 zur neu­en HRegV fest­ge­hal­ten, HRegV 165 (ein­zi­ge kan­to­na­le Gerichts­in­stanz gegen Ver­fü­gun­gen der Han­dels­re­gi­ster­äm­ter) sei ver­fas­sungs­wid­rig, da OR 929 I dem Bun­des­rat nicht die Kom­pe­tenz für die Gestal­tung des inner­kan­to­na­len Instan­zen­zugs in Han­dels­re­gi­ster­sa­chen ver­lei­he. Für rechts­an­wen­den­de Behör­den sei HRegV 165 II des­halb unbe­acht­lich.

In der Fol­ge hat­te die Justiz­di­rek­ti­on ZH einen Rekurs gegen eine Ver­fü­gung des HR ZH Linkbehan­delt. Das BJ hat­te dage­gen erfolg­los Beschwer­de vor dem VGer ZH geführt. Das BGer heisst jetzt die Beschwer­de gegen den Ent­scheid des VGer ZH gut: Der Bun­des­rat habe mit HRevG 165 II 

weder sei­ne ihm durch Art. 929 Abs. 1 OR dele­gier­ten Recht­set­zungs­be­fug­nis­se über­schrit­ten noch gegen Art. 75 Abs. 2 BGG ver­sto­ssen. Art. 165 Abs. 2 HRegV kann sich auf Art. 929 Abs. 1 OR abstüt­zen und steht auch im Ein­klang mit dem Prin­zip der “dou­ble instan­ce” gemäss Art. 75 Abs. 2 BGG. Die Norm ist ver­bind­lich und damit von den rechts­an­wen­den­den Behör­den der Kan­to­ne zu beach­ten.”

Die Ver­fü­gung der Justiz­di­rek­ti­on war des­halb nich­tig.

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.