Das BGer erach­tet (Urteil 2C_804/2010 vom 17. Mai 2011) unter­schied­li­che Stand­ge­büh­ren von Taxi­stand­plät­zen in der Stadt Zürich je nach Ener­gie­ef­fi­zi­enz der Fahr­zeu­ge als gera­de noch zuläs­sig:

Es gehört zu den unter­neh­me­ri­schen Ent­schei­den der Taxi­be­trie­be, unter den bun­des­recht­lich zuläs­si­gen Fahr­zeu­gen das ihnen zusa­gen­de zu wäh­len. Eine Len­kung die­ser unter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung auf dem Wege einer unter­schied­li­chen Stand­ge­bühr ist nur zuläs­sig, wenn sie sich mit sach­li­chen Über­le­gun­gen begrün­den lässt; je gra­vie­ren­der die Ungleich­be­hand­lung ist, desto gewich­ti­ger müs­sen die dafür gel­tend gemach­ten Grün­de sein […].
Der Gemein­de­rat der Stadt Zürich macht nicht einen kon­kre­ten, quan­ti­fi­zier­ten umwelt- oder ener­gie­po­li­ti­schen Nut­zen der strei­ti­gen Gebüh­ren­dif­fe­ren­zie­rung gel­tend. Er behaup­tet auch nicht, die Gebüh­ren­re­ge­lung bil­de Teil eines Mass­nah­men­plans im Sin­ne von Art. 44a USG. Nach den unbe­strit­te­nen Anga­ben der Beschwer­de­füh­rer gibt es in der Stadt Zürich rund 1’500 Taxis. Es ist nicht bekannt, wie vie­le davon einen öffent­li­chen Stand­platz benüt­zen und durch die Mass­nah­me ver­an­lasst wer­den könn­ten, auf ener­gie­ef­fi­zi­en­te­re Fahr­zeu­ge zu wech­seln. Es ist daher unge­wiss, ob die Mass­nah­me wirk­lich einen spür­ba­ren umwelt­po­li­ti­schen Len­kungs­ef­fekt hat, so dass sie frag­wür­dig erschei­nen mag […]. Umge­kehrt ist aber der strei­ti­ge Gebüh­ren­un­ter­schied von Fr. 390.– bzw. Fr. 585.– pro Taxi und Jahr zwar nicht gera­de ver­nach­läs­sig­bar (vgl. BGE 121 I 129 E. 4b S. 137), aber doch gering. Die Wett­be­werbs­ver­zer­rung, die sich dar­aus ergibt, dürf­te kaum spür­bar sein.[…] Ange­sichts die­ser gerin­gen Aus­ma­sse und der kom­mu­na­len Auto­no­mie (Art. 50 BV) bei der Rege­lung der Benüt­zung des öffent­li­chen Grun­des erweist sich die Gebüh­ren­dif­fe­ren­zie­rung noch als ver­fas­sungs­mä­ssig.”

Vgl. dazu auch das BGer-Urteil 2C_940/2010 vom 17. Mail 2011 und die Bericht­erstat­tung der NZZ.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.