Das BGer bestä­tigt erneut sei­ne (Schieds­ver­ein­ba­run­gen im Sport mit “einem gewis­sen Wohl­wol­len” gegen­über­ste­hen­de) Recht­spre­chung, glo­ba­le Ver­wei­sun­gen auf eine in Ver­bands­sta­tu­ten ent­hal­te­ne Schieds­klau­sel als gül­tig zu betrach­ten (vgl. bereits 4A_460/2008 E. 6.2).

Strit­tig war die Zustän­dig­keit des TAS, die sich aus der Anwen­dung der FIFA-Sta­tu­ten erge­ben konn­te. Arti­kel 11.7 der Sta­tu­ten der Cyprus Foot­ball Asso­cia­ti­on (CFA) sieht vor, dass die Anti-Doping-Regeln der CFA den Sta­tu­ten und Regle­men­ten der FIFA ent­spre­chen müs­sen. Aus Sicht des BGer ver­weist die­se Bestim­mung aus meh­re­ren Grün­den nicht ledig­lich auf das mate­ri­el­le Anti-Doping-Recht der FIFA, son­dern auch auf die Schieds­klau­sel nach Arti­kel 62 f. FIFA-Sta­tu­ten.

Über­dies war die Zustän­dig­keit des TAS erkenn­bar gewe­sen, denn es sei

eine inter­na­tio­na­le Ent­wick­lung hin zur Zustän­dig­keit des TAS in Dopingan­ge­le­gen­hei­ten fest­zu­stel­len im Hin­blick dar­auf, die Ein­hal­tung inter­na­tio­na­ler Stan­dards in die­sem Bereich sicher­zu­stel­len. Arti­kel 13.2.1 des Welt-Anti-Doping Code (WADA-Code) sieht dabei das TAS als Beru­fungs­in­stanz für sämt­li­che Doping­fäl­le bei einer Betei­li­gung inter­na­tio­na­ler Ath­le­ten vor, wäh­rend nach Arti­kel 13.2.3 Abs. 2 Satz 2 WADA-Code bei einer Betei­li­gung natio­na­ler Ath­le­ten die WADA sowie der betrof­fe­ne inter­na­tio­na­le Sport­ver­band zur Anfech­tung beim TAS berech­tigt sind […]. Die­se Ent­wick­lung wird auch durch den — für den zu beur­tei­len­den Fall im Übri­gen nicht ein­schlä­gi­gen — Hin­weis in der Beschwer­de auf die Sta­tu­ten des Schwei­ze­ri­schen Fuss­ball­ver­bands unter­stri­chen, nach deren Arti­kel 64bis Abs. 3 Ent­schei­de der Dis­zi­pli­nar­kam­mer für Doping­fäl­le der Swiss Olym­pic Asso­cia­ti­on beim TAS ange­foch­ten wer­den kön­nen.
Vor die­sem Hin­ter­grund ver­fängt der Ein­wand nicht, die Zustän­dig­keit des TAS für Appel­la­tio­nen gegen Dopin­gent­schei­de der CFA sei für den Beschwer­de­füh­rer unmög­lich erkenn­bar gewe­sen.”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.