Der Blog „straf​pro​zess​.ch“ kom­men­tiert ein bun­des­ge­richt­li­ches Urteil vom 6. Juni 2011 (1B_225/2011) zur Vor­fi­nan­zie­rung der Kosten einer amt­li­chen Ver­tei­di­gung durch den Pflicht­ver­tei­di­ger. Der Kan­ton Thur­gau hat­te die Zwi­schen­ab­rech­nung eines Offi­zi­al­ver­tei­di­gers nicht begli­chen; dage­gen rich­te­te sich die Beschwer­de des Beschul­dig­ten, weil er fürch­te­te, dass der Pflicht­ver­tei­di­ger man­gels Bezah­lung sei­ne Arbeit ein­stel­len wür­de.

Straf​pro​zess​.ch zitiert das Bun­des­ge­richt, das nicht auf die Beschwer­de ein­trat:

Ausser­dem ist ein Offi­zi­al­ver­tei­di­ger ver­pflich­tet, die Inter­es­sen sei­nes Kli­en­ten wahr­zu­neh­men. Die Befürch­tung des Beschwer­de­füh­rers, sein amt­li­cher Ver­tei­di­ger wer­de auf­grund der ver­wei­ger­ten Akon­to­zah­lung sei­ne Ver­tei­di­gungs­tä­tig­keit ein­stel­len, erscheint daher als unbe­grün­det. (E. 3.1)

Das Fazit von straf​pro​zess​.ch:

Pflicht­ver­tei­di­ger sind und blei­ben die Trot­tel unter den Anwäl­ten.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.