Das Ver­hält­nis zwi­schen OR 374 (Fest­set­zung des Werk­lohns nach dem Wert der Arbeit) und OR 375 (Rück­tritt wegen Über­schrei­tung des Kosten­an­sat­zes) ist nicht ganz unum­strit­ten. Das BGer hält jetzt fest, dass OR 375 (mit Blick auf den Grund­ge­dan­ken der Irr­tums­re­ge­lung, der OR 375 zugrun­de liegt) immer dann anwend­bar ist, wenn

die Kosten­schät­zung für den Bestel­ler Geschäfts­grund­la­ge bil­de­te und nach Treu und Glau­ben im Geschäfts­ver­kehr bil­den durf­te (vgl. BGE 115 II 460 E. 3 S. 461). Die Anwend­bar­keit von Art. 375 OR wird in der Leh­re denn auch bei Ver­ein­ba­rung einer Ent­löh­nung nach Art. 374 OR befür­wor­tet, sofern ein unver­bind­li­cher Kosten­vor­anschlag zur Infor­ma­ti­on des Bestel­lers erfolg­te […]”

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.