Das BGer äussert sich zur Beweis­be­la­stung und zur Bestrei­tungs­last bei der Scha­den­min­de­rungs­ob­lie­gen­heit: Der beklag­te Schä­di­ger hat die­je­ni­gen Tat­sa­chen zu behaup­ten und zu bewei­sen, die mit einer behaup­te­ten Ver­let­zung der Scha­den­min­de­rungs­pflicht zusam­men­hän­gen. Der kla­gen­de Geschä­dig­te hat dage­gen Tat­sa­chen zu behaup­ten und zu bewei­sen, die vom Schä­di­ger behaup­te­te Tat­sa­chen wider­le­gen sol­len (Gegen­be­weis zur Erschüt­te­rung des Haupt­be­wei­ses). Mit Bezug auf die Scha­den­min­de­rung folgt dar­aus:

  1. Der haft­pflich­ti­ge Schä­di­ger hat die­je­ni­gen Sach­um­stän­de zu bewei­sen, die dar­auf schlie­ssen las­sen, dem Geschä­dig­ten oblie­ge es, den Scha­den in bestimm­ter Hin­sicht zu ver­min­dern oder zu ver­mei­den.
  2. Anschlie­ssend trifft den Geschä­dig­ten die Bestrei­tungs­last. Er muss so prä­zi­se bestrei­ten, dass jede Bestrei­tung einer kon­kre­ten Behaup­tung zuge­ord­net wer­den kann und dass die betref­fen­de Sach­dar­stel­lung eine ent­spre­chen­de Beweis­auf­la­ge erlaubt. Kann dem Schä­di­ger also bewei­sen, dass Scha­den­min­de­rungs­mass­nah­men ange­zeigt sind, muss der Geschä­dig­te zumin­dest Zwei­fel an der Sach­dar­stel­lung des Schä­di­gers wecken.
David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.