Die Rüge eines Ver­fah­rens­man­gels iSv IPRG 190 II muss recht­zei­tigt erfol­gen. Wer einen sol­chen Man­gel bemerkt, muss die ent­spre­chen­de Rüge recht­zei­tig im Schieds­ver­fah­ren vor­brin­gen, dh alle zumut­ba­ren Anstren­gun­gen unter­neh­men, um den Man­gel zu besei­ti­gen. Das BGer bekräf­tigt dies im vor­lie­gen­den Schieds­ver­fah­ren. Bei­de Par­tei­en hat­ten ein tech­ni­sches Gut­ach­ten anfer­ti­gen las­sen. Die spä­te­re Beschwer­de­füh­re­rin hat­te abge­war­tet, wie das Urteil aus­fällt, und des­halb erst vor BGer gel­tend gemacht, es sei ein gericht­li­ches Dritt- bzw. Ober­gut­ach­ten ein­zu­ho­len. Damit hat sie sowohl die Gehörs­rü­ge (IPRG 190 II d) als auch die Rüge des Ver­sto­sses gegen den for­mel­len Ord­re public (IPRG 190 II e) ver­wirkt.

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.