Nach StromVG 6 I haben Anspruch auf Bezug von Elek­tri­zi­tät mit der erfor­der­li­chen Qua­li­tät und zu ange­mes­se­nen Tari­fen (kosten­ori­en­tier­te Grund­ver­sor­gung) einer­seits die festen End­ver­brau­cher (StromVG 6 II) und ande­rer­seits die ande­ren End­ver­brau­cher (Gross­kun­den), die auf den Netz­zu­gang ver­zich­ten (ein­ma­li­ges, mit der Aus­übung erschöpf­tes Wahl­recht: Netz­zu­gang oder Grund­ver­sor­gung; indi­vi­du­el­le Preis­ver­hand­lung oder Pla­nungs­si­cher­heit; vgl. StromVV 11 II).

Vor­lie­gend war frag­lich, ob vor dem Inkraft­tre­ten des StromVG am 1.1.2008 geschlos­se­ne indi­vi­du­el­le Strom­be­zugs­ver­trä­ge als ver­bind­li­che Aus­übung des Wahl­rechts auf Netz­zu­gang zu ver­ste­hen sind, so dass ein Wech­sel (hier: der Stahl Gerla­fin­gen AG) zurück in die Grund­ver­sor­gung wäh­rend der Lauf­zeit der vor­be­stehen­den Bezugs­ver­trä­ge nicht mehr erzwun­gen wer­den könn­te.

Das BGer ver­neint die­ses Ver­ständ­nis: Einer­seits erfolgt die Strom­markt­li­be­ra­li­sie­rung schritt­wei­se. Auf­grund­des­sen sol­len auch die Strom­be­zü­ger von der Markt­öff­nung ledig­lich schritt­wei­sen Gebrauch machen dür­fen. Ande­rer­seits wür­de es eine “gewis­se Rück­wir­kung” bedeu­ten, Hand­lun­gen unter altem Recht die glei­chen Rechts­wir­kun­gen bei­zu­mes­sen wie Hand­lun­gen unter neu­em Recht. 

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.