Das Bun­des­ge­richt ver­weist in sei­nem Urteil 6B_323/2011 vom 17. August 2011 auf einen ande­ren Ent­scheid aus die­sem Jahr (BGer 6B_768/2010 vom 14.04.2011) in dem es fest­ge­hal­ten hat, dass die neue Straf­be­stim­mung des Art. 28 Abs. 2 lit. d ARV 2 im Bereich der berufs­mä­ssi­gen Fahr­zeug­füh­rer kei­ne Rechts­grund­la­ge für Sank­tio­nen gegen Fah­rer bie­tet. Der nicht anwalt­lich ver­tre­te­ne Beschwer­de­füh­rer, ein Taxi­fah­rer aus Luzern, hat­te sich mit Erfolg auf das zitier­te Urteil beru­fen; sei­ne Beschwer­de wird gut­ge­hei­ssen.

2. Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begrün­dung in gedräng­ter Form dar­zu­le­gen, inwie­fern der ange­foch­te­ne Akt Recht ver­letzt. Obwohl er die von ihm bean­stan­de­te Rechts­ver­let­zung nicht wei­ter aus­führt, wird aus E. 2.8 des bun­des­ge­richt­li­chen Ent­scheids ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Beschwer­de­geg­ne­rin (act. 12) hin­rei­chend klar, inwie­fern die Vor­in­stanz Bun­des­recht ver­letzt haben soll. Das Bun­des­ge­richt begrün­de­te dort im Rah­men einer syste­ma­ti­schen Aus­le­gung von Art. 49 lit. a SKV, wes­halb die im Zuge der Auf­he­bung von aArt. 28 Abs. 2 lit. d ARV 2 neu geschaf­fe­ne Straf­be­stim­mung nicht Grund­la­ge für Sank­tio­nen gegen Fahr­zeug­füh­rer bil­den kann, die — wie der Beschwer­de­füh­rer als Taxi­fah­rer — der ARV 2 unter­ste­hen.

Die ARV 2 regelt die Arbeits- und Ruhe­zeit der berufs­mä­ssi­gen Füh­rer von leich­ten Per­so­nen­trans­port­fahr­zeu­gen und schwe­ren Per­so­nen­wa­gen.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.