Mit dem Urteil 8C_818/2010 vom 2. August 2011 hat­te das Bun­des­ge­richt zu ent­schei­den, ob die Ent­las­sung eines Uni­ver­si­täts­pro­fes­sors recht­mä­ssig war. Dabei stell­te es fest, dass Pro­fes­so­ren und Pro­fes­so­rin­nen der Uni­ver­si­tät nicht nur hohe fach­li­che Anfor­de­run­gen erfül­len, son­dern auch hohe Füh­rungs- und Sozi­al­kom­pe­ten­zen auf­wei­sen müs­sen.

Das Bun­des­ge­richt führ­te fol­gen­des dazu aus: 

4.1 Gemäss § 9 Abs. 2 der Per­so­nal­ord­nung der Uni­ver­si­tät Basel vom 22. Okto­ber 1998 kann die Anstel­lungs- bzw. Ernen­nungs­in­stanz das Arbeits­ver­hält­nis nach Ablauf der Pro­be­zeit kün­di­gen, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Wich­ti­ge Grün­de lie­gen nach § 9 Abs. 3 lit. b und c Per­so­nal­ord­nung unter ande­rem vor, wenn der Mit­ar­bei­ter dau­er­haft unge­nü­gen­de Lei­stun­gen erbringt oder eine schwe­re oder fort­ge­setz­te Pflicht­ver­let­zung began­gen hat. Eine Kün­di­gung kann in die­sen Fäl­len gemäss § 9 Abs. 4 Per­so­nal­ord­nung nur dann erfol­gen, wenn vor­her min­de­stens ein Mit­ar­bei­ter­ge­spräch statt­ge­fun­den hat und dem Mit­ar­bei­ter eine ange­mes­se­ne Frist zur Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on ein­ge­räumt wor­den ist. Vor­be­hal­ten blei­ben die Fäl­le einer frist­lo­sen Kün­di­gung. Gemäss Abs. 5 muss im Fal­le der Kün­di­gung eines Inha­bers einer Pro­fes­sur ein Antrag bzw. eine befür­wor­ten­de Stel­lung­nah­me der Fakul­tät vor­lie­gen.

5.1 Nach § 9 Abs. 2 der Per­so­nal­ord­nung kann die Anstel­lungs- bzw. Ernen­nungs­in­stanz das Arbeits­ver­hält­nis kün­di­gen, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Der Urhe­ber die­ser Ord­nung woll­te damit der Ernen­nungs­in­stanz eine Ent­schei­dungs­be­fug­nis ein­räu­men, wel­che von den Rechts­mit­tel­be­hör­den zu respek­tie­ren ist. Ob auf­grund fest­ge­stell­ter Lei­stungs- bzw. Pflicht­ver­let­zun­gen tat­säch­lich eine Kün­di­gung aus­zu­spre­chen ist, ist im Rah­men des Ver­hält­nis­mä­ssig­keits­grund­sat­zes zu beant­wor­ten. Dabei darf berück­sich­tigt wer­den, dass von einem Inha­ber einer ordent­li­chen Pro­fes­sur nicht bloss eine hohe Qua­li­fi­ka­ti­on in der wis­sen­schaft­li­chen For­schung und Leh­re erwar­tet wird; auch ihre Füh­rungs- und Sozi­al­kom­pe­ten­zen müs­sen hohen Anfor­de­run­gen genü­gen.

Lorraine Hostettler

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