Der Bun­des­rat hat heu­te einer Teil­re­vi­si­on der Ener­gie­ver­ord­nung (EnV) zuge­stimmt. Sie beinhal­tet Prä­zi­sie­run­gen und Ergän­zun­gen für den prak­ti­schen Voll­zug der sog. Kosten­decken­den Ein­spei­se­ver­gü­tung (KEV), mit der Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gi­en geför­dert wird. Ausser­dem wer­den die Regeln für die Strom­kenn­zeich­nung ver­schärft, um die Her­kunft des Stroms trans­pa­ren­ter aus­wei­sen zu kön­nen. Die Ände­run­gen tre­ten am 1. Okto­ber 2011 in Kraft.

Im Juni 2010 hat­te das Par­la­ment mit der Ände­rung des Ener­gie­ge­set­zes (EnG) ent­schie­den, dass der Bun­des­rat den Zuschlag für Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gi­en nach der KEV ab 2013 bedarfs­ge­recht erhö­hen kann (auf maxi­mal 0,9 Rappen/kWh). Ab 2012 wird ausser­dem auf­grund der Revi­si­on des Gewäs­ser­schutz­ge­set­zes (GSchG) vom Dezem­ber 2009 ein neu­er Zuschlag zur Finan­zie­rung von Gewäs­ser­schutz­mass­nah­men erho­ben (0,1 Rappen/kWh).

Die Teil­re­vi­si­on der EnV setzt einer­seits die­se Ände­run­gen des EnG und des GSchG um. Ande­rer­seits umfasst sie Ergän­zun­gen zum Voll­zug der KEV, um die Trans­pa­renz über den Ener­gie­mix zu erhö­hen, Anpas­sun­gen zum Voll­zug der Wett­be­werb­li­chen Aus­schrei­bun­gen, die über den glei­chen Zuschlag wie die KEV finan­ziert wer­den, sowie Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten für die Glo­bal­bei­trä­ge des Bun­des an die Kan­to­ne für Infor­ma­ti­on und Bera­tung sowie Aus- und Wei­ter­bil­dung.

In die­sem Zusam­men­hang wer­den auch meh­re­re Punk­te der Ver­ord­nung über den Nach­weis der Pro­duk­ti­ons­art und der Her­kunft von Elek­tri­zi­tät (HKNV) revi­diert, die gleich­zei­tig mit der EnV in Kraft tre­ten wird. Nicht Gegen­stand der vor­lie­gen­den Revi­si­on sind die KEV-Ver­gü­tungs­sät­ze für die ein­zel­nen Pro­duk­ti­ons­tech­no­lo­gi­en und Anla­gen­ty­pen. Die­se wer­den der­zeit über­prüft; not­wen­di­ge Anpas­sun­gen wer­den Ende 2011 in die Anhö­rung geschickt.

Zu den Ein­zel­hei­ten der Ände­rung sie­he die Medi­en­mit­tei­lung des Bun­des­am­tes für Ener­gie (BFE).

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.