Der Bun­des­rat will das gesam­te Ver­jäh­rungs­recht ver­ein­heit­li­chen (Medi­en­mit­tei­lung; vgl. auch unse­ren frü­he­ren Bei­trag). Die Ver­nehm­las­sung zu einer Teil­re­vi­si­on des OR wur­de heu­te eröff­net.

Zunächst sol­len die Ver­jäh­rungs­fri­sten im Haft­pflicht­recht ver­län­gert wer­den, um Scha­den­er­satz­an­sprü­che bei Spät­schä­den zu ermög­li­chen (s. unse­ren Bei­trag zu Asbest­schä­den). Zudem soll “im Inter­es­se der Rechts­si­cher­heit” das gesam­te Ver­jäh­rungs­recht ver­ein­heit­licht wer­den. Unter ande­rem wird das “Kon­zept der dop­pel­ten Fri­sten” (abso­lu­te und rela­ti­ve Fri­sten) für alle For­de­run­gen ver­all­ge­mei­nert. For­de­run­gen sol­len grund­sätz­lich einer rela­ti­ven Frist von drei Jah­ren und einer abso­lu­ten Ver­jäh­rungs­frist von zehn Jah­ren unter­ste­hen (für For­de­run­gen aus Per­so­nen­schä­den wird eine Höchst­dau­er von drei­ssig Jah­ren vor­ge­schla­gen).

Dafür sol­len die Ver­jäh­rungs­fri­sten inner­halb eines Rah­mens (rela­tiv: 1 – 10 Jah­re; abso­lut: 3 – 30 Jah­re) ver­trag­lich geän­dert wer­den kön­nen. AGB, mit denen die gesetz­li­chen Ver­jäh­rungs­fri­sten im Fall von Per­so­nen­schä­den ver­kürzt wer­den, sol­len aber nich­tig sein. Eine Koor­di­na­ti­on mit dem vor­aus­sicht­lich per 1. Janu­ar 2012 in Kraft tre­ten­den revi­dier­ten UWG 8 ist nicht vor­ge­se­hen.
 
Der Vor­ent­wurf fin­det sich hier, der Begleit­be­richt hier.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.