Das BGer bestä­tigt ein Urteil des OGer ZG, das den Beschwer­de­füh­rer u.a. wegen straf­ba­rer Wider­hand­lung gegen das UWG ver­ur­teilt hat­te. Der Beschwer­de­füh­rer hat­te For­mu­la­re ver­sandt, die ange­sichts ihrer Auf­ma­chung und ein­zel­ner dar­in ent­hal­te­ner Anga­ben Rech­nun­gen täu­schend ähn­lich waren. Dies erfüllt den Tat­be­stand von UWG 3 b i.V.m. UWG 23, wenn die Rech­nun­gen

beim unbe­fan­ge­nen Durch­schnitts­adres­sa­ten den Ein­druck erwecken, es bestehe bereits ein ver­trag­li­ches Ver­hält­nis, wofür Rech­nung gestellt wer­de. Dies ist der Fall, wenn das For­mu­lar als Rech­nung auf­ge­macht ist und Ver­mer­ke und Hin­wei­se, aus denen der geneig­te Leser allen­falls den Offer­ten­cha­rak­ter erken­nen kann, in Anbe­tracht der Auf­ma­chung und Gestal­tung des For­mu­lars in den Hin­ter­grund tre­ten und daher leicht über­se­hen wer­den oder unbe­ach­tet blei­ben […]. Eine Ver­let­zung von Art. 3 lit. b UWG wird nament­lich bejaht, wenn sol­che For­mu­la­re an arbeits­tei­lig orga­ni­sier­te Unter­neh­men ver­sandt wer­den, wo sie direkt an die für die Bear­bei­tung und Bezah­lung von Rech­nun­gen zustän­di­gen Mit­ar­bei­ter wei­ter­ge­lei­tet wer­den, wel­che bei unter­neh­mens­üb­li­chen Lei­stun­gen kei­nen Anlass haben, die­se genau zu lesen […].

Im Rah­men der vor­aus­sicht­lich zu Beginn des näch­sten Jah­res in Kraft tre­ten­den UWG-Revi­si­on wird UWG 3 durch eine neue lit. p ergänzt, die die­sen Sach­ver­halt erfasst:

p. mit­tels Offert­for­mu­la­ren, Kor­rek­tur­ange­bo­ten oder Ähn­li­chem für Ein­tra­gun­gen in Ver­zeich­nis­se jeg­li­cher Art oder für Anzei­gen­auf­trä­ge wirbt oder sol­che Ein­tra­gun­gen oder Anzei­gen­auf­trä­ge unmit­tel­bar anbie­tet, ohne in gro­sser Schrift, an gut sicht­ba­rer Stel­le und in ver­ständ­li­cher Spra­che auf Fol­gen­des hin­zu­wei­sen: die Ent­gelt­lich­keit und den pri­va­ten Cha­rak­ter des Ange­bots, die Lauf­zeit des Ver­trags, den Gesamt­preis ent­spre­chend der Lauf­zeit sowie die geo­gra­fi­sche Ver­brei­tung, die Form, die Min­dest­auf­la­ge und den spä­te­sten Zeit­punkt der Publi­ka­ti­on;

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.