Das Sekre­ta­ri­at der WEKO ist in einer ver­tief­ten Ana­ly­se zum Schluss gekom­men, dass die Ver­trä­ge zu den Glas­fa­ser-Koope­ra­tio­nen zwi­schen Swis­s­com und den Elek­tri­zi­täts­wer­ken der Städ­te Basel, Bern, Luzern, St. Gal­len und Zürich har­te Kar­tel­lab­re­den ent­hal­ten. Das Sekre­ta­ri­at ver­bie­tet den Bau der geplan­ten Glas­fa­ser­net­ze damit zwar nicht, behält sich aber Sank­tio­nen aus­drück­lich vor.

In der ersten Jah­res­hälf­te 2011 wur­den dem Sekre­ta­ri­at ver­schie­de­ne Glas­fa­ser-Koope­ra­tio­nen im Hin­blick auf eine Sank­ti­ons­be­frei­ung gemel­det. Das Sekre­ta­ri­at hat nun die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die gemel­de­ten Ver­trags­klau­seln Abre­den über Men­gen und Prei­se ent­hal­ten, wel­che den Wett­be­werb stark beein­träch­ti­gen könn­ten. Auf­grund der kar­tell­recht­li­chen Beden­ken las­se das Kar­tell­ge­setz in die­sem Fall eine Sank­ti­ons­be­frei­ung nicht zu.

Das Sekre­ta­ri­at hielt wei­ter fest, dass eine defi­ni­ti­ve Beur­tei­lung erst mög­lich sei, wenn die geplan­ten Glas­fa­ser-Koope­ra­tio­nen im Markt Wir­kung ent­fal­ten. Die wett­be­werbs­kon­for­me Umset­zung sei nun Sache der Koope­ra­ti­ons­part­ner. Nach einem Arti­kel der NZZ will Swis­s­com den Bericht des Sekre­ta­ria­tes nun prü­fen und dann zusam­men mit den Koope­ra­ti­ons­part­nern über das wei­te­re Vor­ge­hen befin­den. Swis­s­com beab­sich­ti­ge aber, den Aus­bau des Glas­fa­ser-Net­zes auch unab­hän­gig davon wei­ter­ver­fol­gen.

Oliver Kaufmann

Posted by Oliver Kaufmann

RA Dr. Oliver Kaufmann hat an der Universität Zürich studiert und war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf dem Sekretariat der WEKO tätig. Er arbeitet als Rechtsanwalt und Partner bei Streichenberg in Zürich.