Das BGer schützt in einem umfang­rei­chen Ent­scheid ein Urteil des OGer SO weit­ge­hend, das in einer Strei­tig­keit zwi­schen dem US-ame­ri­ka­ni­schen Geträn­ke­her­stel­ler Go Fast Sports & Beverage Co. und euro­päi­schen bzw. schwei­ze­ri­schen Dis­tri­bu­to­ren ergan­gen war (inter­es­sant sind die sehr aus­führ­li­chen Rechts­be­geh­ren der Par­tei­en). Die Her­stel­le­rin hat­te gegen die (zum Zeit­punkt der Kla­ge ex-)Distributoren u.a. auf Unter­las­sung des Ver­triebs nach Been­di­gung eines Ver­triebs­ver­trags geklagt.

Strit­tig war u.a. die Dau­er des Ver­triebs­ver­trags. Das OGer SO hat­te dabei zu Recht auf die erheb­li­chen Inve­sti­tio­nen der Dis­tri­bu­to­rin abge­stellt und des­halb eine län­ge­re Dau­er — hier 5 Jah­re — ange­nom­men.

Fer­ner hat­te das OGer SO das Begeh­ren um Über­tra­gung der diver­ser Mar­ken und Domain­na­men abge­wie­sen, u.a. auf­grund der Erwä­gung, dass die klä­ge­ri­sche Wort­mar­ke GO FAST” Gemein­gut (MSchG 2 lit. a) und folg­lich nich­tig sei. Sie lehn­te sich dabei an den “Be Relaxed”-Entscheid des HABM (R 1583/2009–2 B-RELAXED) an.  Das BGer lässt die­se Fra­ge offen, weil die Klä­ge­rin ihren Anspruch ohne­hin auf das UWG stüt­zen konn­te und eine Mar­ken­über­tra­gung nicht in Fra­ge kam.

Zum zwei­ten Punkt hält das BGer insb. fest, dass

  • ein Über­tra­gungs­be­geh­ren iSv MSchG 53 nicht nur für ein­ge­tra­ge­ne Mar­ken in Fra­ge kommt, son­dern auch für Mar­ken im Anmel­de­sta­di­um;
  • das MSchG 53 kei­ne Rechts­grund­la­ge ist für die Über­tra­gung von Domain­na­men;
  • nur nich­ti­ge bzw. nich­tig zu erklä­ren­de Mar­ken Gegen­stand des Über­tra­gungs­be­geh­rens sein kön­nen, ins­be­son­de­re, wenn ein rela­ti­ver Aus­schluss­grund (MSchG 3) vor­liegt;
  • nur Mar­ken erfasst sind, auf die der Klä­ger selbst Anspruch hät­te, die also mit dem Zei­chen, aus dem sich das bes­se­re Recht des Klä­gers ergibt, iden­tisch oder bei­na­he iden­tisch sind, so dass bloss ähn­li­che und vom Klä­ger nicht gebrauch­te Mar­ken nicht erfasst sind.
David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.