Der Bun­des­rat hat gestern ins­ge­samt zwölf land­wirt­schaft­li­che Ver­ord­nun­gen revi­diert. Zu den Ände­run­gen, die gröss­ten­teils am 1. Janu­ar 2012 in Kraft tre­ten wer­den, zäh­len unter ande­rem fol­gen­de Punk­te:

Mit der Total­re­vi­si­on der Inspek­ti­ons­ko­or­di­na­ti­ons­ver­ord­nung (VKIL), neu­er Titel: Kon­troll­ko­or­di­na­ti­ons­ver­ord­nung (VKKL), wer­den die mini­ma­len Kon­troll­fre­quen­zen im Vete­ri­när­be­reich ver­ein­heit­licht. Fer­ner wer­den die Kan­to­ne künf­tig für die Fest­le­gung der Kon­troll­fre­quen­zen für klei­ne Betrie­be sowie für Fisch- und Bie­nen­hal­tung zustän­dig sein.

Die Total­re­vi­si­on der Fut­ter­mit­tel-Ver­ord­nung, die den Import, die Pro­duk­ti­on, die Ver­ar­bei­tung, das Inver­kehr­brin­gen und die Ver­wen­dung von Fut­ter­mit­teln regelt, umfasst zwei Ände­run­gen. Einer­seits wird die Posi­tiv­li­ste abge­schafft und ana­log der EU eine Liste der ver­bo­te­nen Aus­gangs­pro­duk­te (Nega­tiv­li­ste) ein­ge­führt. Ande­rer­seits wird ein Ver­fah­ren ein­ge­führt, das den Ent­zug von Bewil­li­gun­gen für Zusatz­stof­fe ermög­licht, die in der EU bereits ver­bo­ten sind.

Die Total­re­vi­si­on der Agrar­ein­fuhr­ver­ord­nung (AEV) betrifft im Wesent­li­chen die Ein­füh­rung einer neu­en Berech­nungs­art der Zoll­an­sät­ze für Getrei­de­mi­schun­gen. Die Ver­ord­nung über die Tier­ver­kehr-Daten­bank (TVD-Verod­nung) wird im Rah­men einer Total­re­vi­si­on auf Schwei­ne sowie Pfer­de, Maul­tie­re und ande­re Ein­hu­fer aus­ge­dehnt.

Die Anpas­sung der Bestim­mun­gen für die Aus­nüt­zung von Import­kon­tin­gen­ten von Fleisch in der Schlacht­vieh­ver­ord­nung (SV) bie­tet den Impor­teu­ren künf­tig die Mög­lich­keit, all­fäl­li­ge ver­blei­ben­de erstei­ger­te Zoll­kon­tin­gen­te einer Ein­fuhr­pe­ri­ode auf die näch­ste zu über­tra­gen. Die­se Über­tra­gung des Rest­kon­tin­gents ist auf max. 5 Pro­zent des zuge­teil­ten Kon­tin­gents und der zur Aus­nüt­zung über­tra­ge­nen Zoll­kon­tin­gents­an­tei­le beschränkt.

Eine Über­sicht über das sog. “Agrar­pa­ket Herbst 2011″ fin­det sich hier.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.