Das Über­ein­kom­men des Euro­pa­rats über die Fäl­schung von Arz­nei­mit­teln und Medi­zin­pro­duk­ten (Med­crime-Über­ein­kom­men) wur­de heu­te — im Nach­gang zu einer inter­na­tio­na­len Kon­fe­renz zum The­ma „Heil­mit­tel­kri­mi­na­li­tät“ — von der Schweiz zusam­men mit Deutsch­land, Frank­reich, dem Für­sten­tum Liech­ten­stein und ande­ren Mit­glie­dern des Euro­pa­rats unter­zeich­net

Die Medi­crime Kon­ven­ti­on des Euro­pa­ra­tes ist das erste inter­na­tio­na­le Über­ein­kom­men mit dem Ziel, eine Gefähr­dung der Gesund­heit von Mensch und Tier durch gefälsch­te Heil­mit­tel (Arz­nei­mit­tel und Medi­zin­pro­duk­te) zu ver­hin­dern. Die Kon­ven­ti­on ver­pflich­tet die unter­zeich­nen­den Staa­ten unter ande­rem, die Her­stel­lung, das Ange­bot und den Han­del mit gefälsch­ten Heil­mit­teln zu kri­mi­na­li­sie­ren. Sie bie­tet ausser­dem einen Rah­men für die natio­na­le sowie inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit unter den betrof­fe­nen Behör­den.

Mit dem Ziel, die Fäl­schung von Heil­mit­teln und ähn­li­che Straf­ta­ten, die eine Gefahr für die öffent­li­che Gesund­heit bedeu­ten, ent­schlos­se­ner zu bekämp­fen, hat­te der Bun­des­rat im Juni 2011 beschlos­sen, das Medi­crime-Über­ein­kom­men des Euro­pa­rats zu unter­zeich­nen. Das Über­ein­kom­men wird in Kraft tre­ten, sobald es von min­de­stens fünf Staa­ten, wovon drei Mit­glied­staa­ten des Euro­pa­ra­tes sein müs­sen, rati­fi­ziert wur­de.

Die straf­recht­li­che Ver­fol­gung von Heil­mit­tel­fäl­schun­gen beruht in der Schweiz weit­ge­hend auf dem Heil­mit­tel­ge­setz (HMG), wel­ches unter ande­rem admi­ni­stra­ti­ve Zwangs­mass­nah­men und Straf­be­stim­mun­gen ent­hält, sowie den zuge­hö­ri­gen Ver­ord­nun­gen. Ein­zel­ne Ele­men­te der Kon­ven­ti­on wur­den bereits im Rah­men der ordent­li­chen Revi­si­on des Heil­mit­tel­ge­set­zes (2. Etap­pe) auf­ge­nom­men. Die Rati­fi­zie­rung des Medi­crime-Über­ein­kom­mens, die zusätz­li­che Anpas­sun­gen im Heil­mit­tel­ge­setz und ande­ren schwei­ze­ri­schen Geset­zen bedingt, soll wei­te­re Ver­bes­se­run­gen für die Straf­ver­fol­gung brin­gen.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.