Swiss­me­dic weist im heu­te erschie­nen „Swiss­me­dic Jour­nal 9/2011“ (S. 754 f.) dar­auf hin, dass das Anprei­sen einer „homöo­pa­thi­schen Grip­pe­imp­fung irre­füh­rend ist und Pati­en­ten mas­siv gefähr­den kann.

Bei der Abga­be von Arz­nei­mit­teln sind gemäss Art. 26 HMG die aner­kann­ten Regeln der medi­zi­ni­schen und phar­ma­zeu­ti­schen Wis­sen­schaf­ten zu beach­ten. Und nach Art. 3 HMG obliegt der Umgang mit Arz­nei­mit­teln der Sorg­falts­pflicht, so dass Gesund­heit von Mensch und Tier nicht gefähr­det wer­den.

Nach die­sen Grund­sät­zen dür­fen homöo­pa­thi­sche Prä­pa­ra­te von Medi­zi­nal- und Fach­per­so­nen nicht als „homöo­pa­thi­sche Grip­pe­imp­fun­gen“ ange­prie­sen und ver­kauft wer­den, da eine sol­che Wer­bung zu einer Täu­schung der Kon­su­men­ten füh­ren kann. Es besteht die Gefahr, dass ins­be­son­de­re Per­so­nen aus Risi­ko­grup­pen, für die eine Grip­pe­imp­fung medi­zi­nisch drin­gend ange­ra­ten ist, auf eine Behand­lung mit dem jeweils aktu­el­len Impf­stoff ver­zich­ten, was deren Gesund­heit gefähr­den kann.

Nach Ansicht von Swiss­me­dic haben homöo­pa­thi­sche Prä­pa­ra­te, wel­che zur Behand­lung bestimm­ter Grip­pe­sym­pto­me Ver­wen­dung fin­den, nichts mit einer her­kömm­li­chen Imp­fung zu tun. Gemäss den Grund­la­gen der klas­si­schen Homöo­pa­thie haben Homöo­pa­thi­ka in der Regel kei­ne prä­ven­ti­ve Wir­kung. Sie soll­ten im Prin­zip also eigent­lich erst dann ein­ge­setzt wer­den, wenn bestimm­te krank­heits­be­zo­ge­ne Sym­pto­me bereits in Erschei­nung getre­ten sind.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.