Das BGer gesteht meh­re­ren Apo­the­ker­ver­ei­ni­gun­gen die Beschwer­de­le­gi­ti­ma­ti­on zu für die Beschwer­de in öffent­lich­recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten nach BGG 89 I gegen den 2008 ange­nom­me­nen § 17 des Zür­cher Gesund­heits­ge­set­zes, der die Füh­rung einer ärzt­li­chen Pri­vat­apo­the­ke (Selbst­dis­pen­sa­ti­on) erlaubt. Zwar hat­te das BGer die Beschwer­de­le­gi­ti­ma­ti­on von Apo­the­kern bis­her ver­neint, weil sich aus der Kon­kur­renz allein kei­ne beson­de­re schutz­wür­di­ge Bezie­hungs­nä­he ergibt.

Im vor­lie­gen­den Fall wur­de durch den neu­en § 17 GesG/ZH jedoch das frü­he­re Ver­bot der Selbst­dis­pen­sa­ti­on in ZH und Win­ter­thur auf­ge­ho­ben. Auf­grund der Auf­he­bung die­ser “Schutz­norm” waren die Apo­the­ker den­noch in schutz­wür­di­gen tat­säch­li­chen Inter­es­sen ver­letzt.

Der ange­foch­te­ne § 17 GesG/ZH ver­letz­te in mate­ri­el­ler Hin­sicht jedoch kein Bun­des­recht. Nach KVG 37 III sind die Kan­to­ne zustän­dig, die Vor­aus­set­zun­gen der Selbst­dis­pen­sa­ti­on fest­zu­le­gen. Dabei haben sie aber ins­be­son­de­re die Zugangs­mög­lich­kei­ten der Pati­en­ten zu einer Apo­the­ke zu berück­sich­ti­gen.

Das BGer hat mehr­fach fest­ge­hal­ten, dass die­ser Satz kei­ne Schutz­norm zugun­sten der Apo­the­ken dar­stel­le. Im Gegen­teil ver­lan­ge die­se Bestim­mung nur, dass die Funk­ti­on der Apo­the­ken bei der Medi­ka­men­ten­ver­sor­gung berück­sich­tigt wer­de. Das BGer hält an die­ser Recht­spre­chung auf­grund der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Bestim­mung fest und lehnt eine Pra­xis­än­de­rung aus­drück­lich ab.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.