Das sog. „Cas­sis-de-Dijon-Prin­zip“ ist auf bestimm­te Impor­te aus der EU und dem EWR auto­nom anwend­bar — wie das revi­dier­te Gesetz über die tech­ni­schen Han­dels­hemm­nis­se (THG) fest­legt, das seit dem 1. Juli 2010 in Kraft ist. Danach kön­nen Pro­duk­te, die in der EU bzw. im EWR recht­mä­ssig in Ver­kehr sind, grund­sätz­lich auch in der Schweiz ohne vor­gän­gi­ge zusätz­li­che Kon­trol­len frei zir­ku­lie­ren. Zur Opti­mie­rung des Voll­zugs hat der Bun­des­rat heu­te tech­ni­sche Anpas­sun­gen der Ver­ord­nung über das Inver­kehr­brin­gen von Pro­duk­ten nach aus­län­di­schen Vor­schrif­ten (VIPaV) beschlos­sen.

Es wur­den ein­zel­ne Aus­nah­men zur Anwen­dung des „Cas­sis-de-Dijon-Prin­zips“ prä­zi­siert (Art. 2 VIPaV). Die Über­gangs­be­stim­mung der Ver­ord­nung bzgl. gesund­heits­be­zo­ge­ne Anga­ben auf Lebens­mit­teln wur­de bis Ende 2012 ver­län­gert. Zudem wird klar­ge­stellt, dass für bestimm­te Pro­duk­te, die unab­hän­gig vom „Cas­sis-de-Dijon-Prin­zip“ impor­tiert wer­den dür­fen, kei­ne Bewil­li­gung erteilt wird (Art. 10a VIPaV). Die­se Klar­stel­lung betrifft im Inland her­ge­stell­te Pro­duk­te mit der Kenn­zeich­nung „Berg-“ und „Alp-“ oder „Bio“ sowie Wei­ne.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.