Der Bun­des­rat hat an sei­ner gest­ri­gen Sit­zung (30. Novem­ber 2011) in Erfül­lung des Postu­lats 10.3263 (SR Sava­ry) vom 19. März 2010 sei­nen Bericht ver­ab­schie­det (vgl. Medi­en­mit­tei­lung). Das Postu­lat ver­lang­te vom Bun­des­rat eine Ant­wort auf die Fra­ge, ob die Schweiz in Bezug auf Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen im bzw. mit­tels des Inter­net benö­ti­ge. Aus der Medi­en­mit­tei­lung:

[…] legen bestehen­de Unter­su­chun­gen zum einen nahe, dass in der Schweiz bis zu einem Drit­tel der über 15-Jäh­ri­gen Musik, Fil­me und Spie­le her­un­ter­la­den, ohne dafür zu bezah­len. Zum ande­ren scheint trotz zahl­rei­chen Medi­en­be­rich­ten und Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen eine Mehr­heit der Inter­net­nut­zer nach wie vor nicht zu wis­sen, wel­che Ange­bo­te recht­lich zuläs­sig bzw. unzu­läs­sig sind.

Der pro­zen­tua­le Anteil am ver­füg­ba­ren Ein­kom­men, der für den Kon­sum in die­sem Bereich aus­ge­ge­ben wird, bleibt kon­stant. Aller­dings sind inner­halb die­ses Bud­gets Ver­schie­bun­gen fest­zu­stel­len. So geben die Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten die Mit­tel, wel­che sie durch die Tausch­bör­sen­nut­zung ein­spa­ren, auch im Unter­hal­tungs­sek­tor wie­der aus. Der frei wer­den­de Teil wird statt in Musik- oder Film­kon­ser­ven in Kon­zer­te, Kino­be­su­che und Mer­chan­di­sing inve­stiert.

Von die­ser Ent­wick­lung sind vor allem die gro­ssen aus­län­di­schen Pro­duk­ti­ons­fir­men betrof­fen. Sie müs­sen sich an das ver­än­der­te Kon­su­men­ten­ver­hal­ten anpas­sen. Die Befürch­tun­gen, die Ent­wick­lung könn­te sich nach­tei­lig auf das natio­na­le Kul­tur­schaf­fen aus­wir­ken, blei­ben wegen der skiz­zier­ten Ver­schie­bun­gen unbe­grün­det. Aus die­sen Grün­den kommt der Bun­des­rat zum Schluss, dass kein gesetz­ge­be­ri­scher Hand­lungs­be­darf besteht

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.