Das Bun­des­amt für Gesund­heit (BAG) hat kürz­lich im BAG Bul­le­tin 52/2011 sei­ne Wei­sung Nr. 7 zur Lebens­mit­tel- und Gebrauchs­ge­gen­stän­de­ver­ord­nung (LGV), und zwar betref­fend Art. 12 und 13 LGV, ver­öf­fent­licht. Dar­um geht es um die prak­ti­sche Umset­zung der Mel­de- und Bewil­li­gungs­pflicht.

Mit der Über­nah­me des EG-Hygie­ne­rechts wird im schwei­ze­ri­schen Recht eine gene­rel­le Mel­de­pflicht für Betrie­be, die mit Lebens­mit­teln umge­hen, sowie eine grund­sätz­li­che Bewil­li­gungs­pflicht für Betrie­be, die Lebens­mit­tel tie­ri­scher Her­kunft her­stel­len, ver­ar­bei­ten, behan­deln, lagern oder abge­ben, ein­ge­führt. Dies­be­züg­lich stellt sich die Fra­ge, wie die neu­en Bestim­mun­gen aus­zu­le­gen sind. Die Wei­sung Nr. 7 vom 12. Dezem­ber 2011 legt die Inter­pre­ta­ti­on der ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten durch das BAG detail­liert dar.

Die gesetz­li­chen Grund­la­gen für die Mel­de- und Bewil­li­gungs­pflicht fin­den sich – abge­se­hen von Art. 12 und 13 LGV, im Lebens­mit­tel­ge­setz (LGM, vgl. Art. 17a LMG), sowie in der zuge­hö­ri­gen Voll­zugs­ver­ord­nung (vgl. Art. 57 ff. VollV). Die Betriebs­be­wil­li­gun­gen sind gebüh­ren­frei.

Die Mel­de­pflicht nach Art. 12 LGV dient dem Zweck, die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den von allen Betrie­ben, die mit Lebens­mit­teln umge­hen, in Kennt­nis zu set­zen. Alle Lebens­mit­tel­be­trie­be, die nicht unter die in der Wei­sung Nr. 7 auf­ge­führ­ten Aus­nah­men fal­len, müs­sen bei der kan­to­na­len Lebens­mit­tel­kon­troll­be­hör­de gemel­det sein.

Betrie­be, die mit Lebens­mit­teln tie­ri­scher Her­kunft umge­hen, sind nach Art. 13 LGV grund­sätz­lich bewil­li­gungs­pflich­tig. Mit der Betriebs­be­wil­li­gung ist die Mög­lich­keit ver­bun­den, Lebens­mit­tel tie­ri­scher Her­kunft zu expor­tie­ren, unab­hän­gig davon, ob von die­ser Mög­lich­keit Gebrauch gemacht wird oder nicht. Lebens­mit­tel tie­ri­scher Her­kunft aus nicht bewil­lig­ten Betrie­ben dür­fen dage­gen nur auf dem natio­na­len Markt abge­ge­ben wer­den.

Juana Vasella

Posted by Juana Vasella

RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.