Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on (WEKO) hat mit Pres­se­mit­tei­lung vom 15. Dezem­ber 2011 bekannt gege­ben, dass sie Nikon AG wegen der Behin­de­rung von Par­al­lel­im­por­ten mit CHF 12.5 Mio. büsst. Nikon habe den Schwei­zer Markt durch ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen sowie durch Druck­aus­übung auf Par­al­lel­händ­ler abge­schot­tet.
Kon­kret habe Nikon in Ver­triebs­ver­trä­gen im Aus­land den Ver­kauf von Nikon Ima­ging Pro­duk­ten in die Schweiz ver­bo­ten. Gleich­zei­tig sei Händ­lern in der Schweiz und Lich­ten­stein in Ver­triebs­ver­trä­gen der Bezug der Pro­duk­te im Aus­land unter­sagt wor­den. Eine anläss­lich der Unter­su­chungs­er­öff­nung vom 24. März 2010 durch­ge­führ­te Haus­durch­su­chung habe zudem erge­ben, dass Ver­käu­fe durch Par­al­lel­händ­ler in die Schweiz tat­säch­lich behin­dert wor­den sind bzw. hät­ten behin­dert wer­den sol­len. Der von Nikon prak­ti­zier­te Gebiets­schutz habe den Wett­be­werb auf den rele­van­ten Märk­ten zwar nicht besei­tigt, aber doch erheb­lich beein­träch­tigt (Art. 5 Abs. 4 i.V.m. Abs. 1 KG). Die Sank­ti­on von CHF 12.5 Mio. basie­re ins­be­son­de­re auf den Umsät­zen von Nikon in der Schweiz sowie der Dau­er und Schwe­re des Wett­be­werbs­ver­sto­sses.
Wie NZZOn­line heu­te berich­tet, weist Nikon den Ent­scheid der WEKO als halt­los zurück. Er beru­he auf unbe­leg­ten Ver­mu­tun­gen und gehe auf eine “per­sön­lich moti­vier­te” Anzei­ge eines aus­län­di­schen Händ­lers zurück. Nikon will den Ent­scheid gemäss NZZOn­line vor Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt anfech­ten.
Oliver Kaufmann

Posted by Oliver Kaufmann

RA Dr. Oliver Kaufmann hat an der Universität Zürich studiert und war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf dem Sekretariat der WEKO tätig. Er arbeitet als Rechtsanwalt und Partner bei Streichenberg in Zürich.