Der Bun­des­rat hat sei­nen auf den 9. Dezem­ber 2011 datier­ten Bericht über die Eva­lua­ti­on des Bun­des­ge­set­zes über den Daten­schutz (DSG) dem Par­la­ment vor­ge­legt. Der Bericht beruht auf einer Eva­lua­ti­on des DSG mit dem Ziel, das DSG auf sei­ne Wirk­sam­keit hin zu über­prü­fen. Dabei wur­de beson­ders die Bekannt­heit des Geset­zes und sei­ne “Durch­set­zungs­me­cha­nis­men” einer­seits sowie die Stel­lung des EDÖB ande­rer­seits unter­sucht. Der Bun­des­rat fasst die Eva­lua­ti­ons­er­geb­nis­se wie folgt zusam­men (vgl. auch den Bei­trag bei Bühl­mann Rechts­an­wäl­te):

Die Eva­lua­ti­on hat erge­ben, dass das Daten­schutz­ge­setz im Bereich der Her­aus­for­de­run­gen, die bereits zum Zeit­punkt sei­nes Inkraft­tre­tens bestan­den, eine spür­ba­re Schutz­wir­kung erzielt. Die Befun­de der Eva­lua­ti­on deu­ten jedoch dar­auf hin, dass sich die Bedro­hun­gen für den Daten­schutz auf­grund der fort­schrei­ten­den tech­no­lo­gi­schen und gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen seit eini­gen Jah­ren akzen­tu­ie­ren. Die tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen for­dern das Daten­schutz­ge­setz her­aus, weil sie zu einer Zunah­me von Daten­be­ar­bei­tun­gen und zu intrans­pa­ren­ten sowie ver­stärkt zu grenz­über­schrei­ten­den Daten­be­ar­bei­tun­gen geführt haben. Ausser­dem wird es immer schwie­ri­ger, die Kon­trol­le über ein­mal bekannt gege­be­ne Daten zu behal­ten. Die gro­sse Mehr­heit der öffent­li­chen und pri­va­ten Daten­be­ar­bei­ten­den ist eini­ger­ma­ssen sen­si­bi­li­siert für den Daten­schutz  und beach­tet in prag­ma­ti­scher Art und die Bestim­mun­gen des Daten­schutz­ge­set­zes. Die Bevöl­ke­rung erach­tet den Schutz ihrer per­sön­li­chen Daten als wich­tig. Den­noch schüt­zen sich die Betrof­fe­nen selbst nicht immer kon­se­quent. Sie füh­len sich bis­wei­len über­for­dert oder unter­schät­zen die bestehen­den Mög­lich­kei­ten der Daten­be­ar­bei­tung und deren Risi­ken. Die Schaf­fung der Stel­le des EDÖB hat sich als wirk­sa­mes Instru­ment erwie­sen, um die Schutz­wir­kung des Daten­schutz­ge­set­zes zu erhö­hen, obwohl die Wir­kungs­mög­lich­kei­ten des EDÖB in ver­schie­de­ner Hin­sicht an Gren­zen sto­ssen. Die ein­klag­ba­ren Rech­te sind hin­ge­gen eher beschränkt wirk­sam, da sie von den Betrof­fe­nen nur sel­ten genutzt wer­den. 

Der Bun­des­rat will nun prü­fen las­sen, ob und wie das DSG der tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen anzu­pas­sen ist. Der EDÖB wol­le sei­ner­seits prü­fen, wie er die Doku­men­ta­ti­on sei­ner Akti­vi­tä­ten ver­bes­sern kann, und er wol­le sei­nen Tätig­keits­be­richt “aus­bau­en”.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.