Die Beschwer­de­füh­re­rin, Ärz­tin mit eige­ner Pra­xis und Mit­ei­gen­tü­me­rin einer ver­mie­te­ten Lie­gen­schaft, reich­te für die Jah­re 2004 bis 2006 Steu­er­erklä­run­gen ein, in denen einer­seits im Rah­men der Arzt­tä­tig­keit erziel­te Ein­künf­te nicht erfasst und ander­seits sowohl Sozi­al­ab­ga­ben wie auch Schuld­zin­sen dop­pelt abge­zo­gen waren.

Die kan­to­na­len Steu­er­be­hör­den büss­ten die Beschwer­de­füh­re­rin wegen ver­such­ter Steu­er­hin­ter­zie­hung. In sei­nem Ent­scheid weist das BGer die dage­gen erho­be­ne Will­kür­be­schwer­de ab.

Gemäss DBG 176 I liegt die ver­such­te Steu­er­hin­ter­zie­hung zwi­schen der straf­lo­sen Vor­be­rei­tungs­hand­lung und der voll­ende­ten Steu­er­hin­ter­zie­hung (DBG 175). Für eine ver­such­te Steu­er­hin­ter­zie­hung reicht es, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge gegen­über den Behör­den fal­sche Anga­ben macht, nament­lich indem er eine unvoll­stän­di­ge Steu­er­erklä­rung ein­reicht, die nicht “wahr­heits­ge­mäss” (DBG 124 II) aus­ge­füllt ist. Ein Ver­such ist gege­ben, wenn die Behör­den die Unkor­rekt­heit der Anga­ben vor Rechts­kraft der Ver­an­la­gung fest­stel­len. Danach ist die Hin­ter­zie­hung voll­endet. Sub­jek­tiv muss (Eventual-)Vorsatz vor­lie­gen (E. 2).

Selon la juris­pru­dence, la preuve d’un com­por­te­ment inten­ti­on­nel doit être con­s­idé­rée com­me appor­tée, lorsqu’il est éta­b­li de façon suf­fi­sam­ment sûre que le con­tri­bu­able était con­sci­ent que les infor­ma­ti­ons don­nées étai­ent incor­rec­tes ou incom­plètes. Si tel est le cas, il faut pré­su­mer qu’il a volon­taire­ment vou­lu trom­per les auto­rités fis­ca­les, ou du moins qu’il a agi par dol éven­tu­el afin d’obtenir une taxa­ti­on moins éle­vée; cet­te pré­somp­ti­on ne se lais­se pas faci­le­ment ren­ver­ser, car l’on pei­ne à ima­gi­ner quel aut­re motif pour­rait con­du­i­re un con­tri­bu­able à four­nir au fisc des infor­ma­ti­ons qu’il sait incor­rec­tes ou incom­plètes (BGE 114 Ib 27).

Vor­lie­gend war es nicht will­kür­lich, Vor­satz zu beja­hen. So hat die Steu­er­pflich­ti­ge ins­be­son­de­re die Schuld­zin­sen einer­seits im Pra­xis­ab­schluss abge­zo­gen und ander­seits in der Steu­er­erklä­rung noch ein­mal unter dem Titel “Inté­rêts pas­sif pri­vés”. Die Sozi­al­ab­ga­ben wur­den eben­falls zuerst im Pra­xis­ab­schluss sowie ein zwei­tes Mal in der Steu­er­erklä­rung als “Coti­sa­ti­ons AVS, per­so­nel­les non comp­ta­bi­li­sées” abge­zo­gen.

Dass die Steu­er­pflich­ti­ge an ande­rer Stel­le zum eige­nen Nach­teil Abzü­ge unter­las­sen hat, änder­te dar­an nichts.

Michael Fischer

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