Im dem Ent­scheid zugrun­de­lie­gen­den Sach­ver­halt erliess das Steu­er­amt des Kan­tons Aar­gau eine inhalt­lich man­gel­haf­te Ver­fü­gung, indem näm­lich “‘fälsch­li­cher­wei­se die Steu­er­ver­an­la­gung für das Jahr 2007 mit dem Steu­er­jahr 2008 fak­tu­riert’ wor­den sei”.

Das BGer hielt dazu fest, dass die man­gel­haf­te Ver­fü­gung nicht nich­tig, son­dern ledig­lich anfecht­bar war.

Zudem ent­hält der Ent­scheid Erwä­gun­gen zur “Berich­ti­gung von Rech­nungs­feh­lern und Schreib­ver­se­hen” (DBG 150).

(E 3.3 und 3.4.1) Eine unan­ge­foch­ten geblie­be­ne und damit for­mell rechts­kräf­tig gewor­de­ne Ver­fü­gung ist nicht schon des­we­gen nach­träg­lich abzu­än­dern, weil sich ergibt, dass sie an einem ursprüng­li­chen Rechts­feh­ler lei­det. Aus­zu­ge­hen ist viel­mehr vom Grund­satz, dass Ver­an­la­gungs­ver­fü­gun­gen mit dem Ablauf der Rechts­mit­tel­frist in Rechts­kraft erwach­sen, sodass dar­auf nur noch unter beson­de­ren Vor­aus­set­zun­gen zurück­ge­kom­men wer­den kann. Das Steu­er­recht kennt dem­nach einen Nume­rus clau­sus von Rechts­grün­den, die es erlau­ben, auf eine rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gung zurück­zu­kom­men. Ins­be­son­de­re bleibt für die im übri­gen Ver­wal­tungs­recht bekann­te Wie­der­erwä­gung kein Raum.
Der Berich­ti­gungs­tat­be­stand soll sicher­stel­len, dass rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gun­gen und Ent­schei­de, die auf­grund eines Kanz­lei­feh­lers den wirk­li­chen Wil­len der betref­fen­den Steu­er- oder Steu­er­ge­richts­be­hör­de unzu­tref­fend zum Aus­druck brin­gen, mög­lichst form­los kor­ri­giert wer­den kön­nen.

Michael Fischer

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