Das BGer äussert sich zu den Vor­aus­set­zun­gen des Rechts­schut­zes in kla­ren Fäl­len iSv ZPO 257. Er setzt vor­aus, dass der Sach­ver­halt unbe­strit­ten oder sofort beweis­bar ist und dass die Rechts­la­ge klar ist:

  • Sach­ver­halt unbe­strit­ten oder sofort beweis­bar: In der Leh­re ist strit­tig, die sofor­ti­ge Beweis­bar­keit auch den Beweis durch Exper­ti­sen, Zeu­gen- oder Par­tei­aus­sa­gen ein­schliesst oder nicht. Das OGer ZH hat­te sich als Vor­in­stanz der Lehr­mei­nung ange­schlos­sen, wonach beim Rechts­schutz in kla­ren Fäl­len Zeu­gen­be­fra­gun­gen grund­sätz­lich aus­ge­schlos­sen sind. Das BGer lässt die­se Fra­ge aus­drück­lich offen.
  • Klar­heit der Rechts­la­ge: Das BGer ver­neint im vor­lie­gen­den Fall die Klar­heit der Rechts­la­ge. Es ging um eine all­fäl­li­ge Rechts­miss­bräuch­lich­keit der Beru­fung auf einen Form­man­gel des Schrei­bens, mit dem ein Mie­ter eine Ver­län­ge­rungs­op­ti­on aus­zu­üben erklär­te. Die Rechts­la­ge sei, so das BGer, in der Regel nicht klar, wenn die Anwen­dung einer Norm einen Ermes­sens- oder Bil­lig­keits­ent­scheid des Gerichts mit wer­ten­der Berück­sich­ti­gung der gesam­ten Umstän­de erfor­dert, wie dies nament­lich bei der Beur­tei­lung von Treu und Glau­ben zutrifft
David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.