Im Bereich der inne­ren Sicher­heit soll die Kom­pe­tenz­auf­tei­lung zwi­schen Bund und Kan­to­nen kla­rer gere­gelt wer­den – so der Bun­des­rat in einem heu­te ver­öf­fent­lich­ten Bericht zur “Inne­ren Sicher­heit”. Nament­lich beim Staats­schutz, bei der zivi­len Unter­stüt­zung durch die Armee, bei den sicher­heits- und kri­mi­nal­po­li­zei­li­chen Auf­ga­ben des Bun­des sowie bei den Sicher­heits­auf­ga­ben im Zoll- und Grenz­be­reich sol­len die recht­li­chen Grund­la­gen berei­nigt wer­den. Dafür schlägt der Bun­des­rat sowohl Ände­run­gen oder Kon­kre­ti­sie­run­gen der gesetz­li­chen Bestim­mun­gen als auch Anpas­sun­gen der Bun­des­ver­fas­sung vor.

Im Ein­zel­nen sieht der Bun­des­rat laut Medi­en­mit­tei­lung fol­gen­de Neu­re­ge­lun­gen vor:

  • Es soll eine aus­drück­li­chen Ver­fas­sungs­grund­la­ge geschaf­fen wer­den, die dem Bund eine Kom­pe­tenz im Staats­schutz­be­reich zuweist. Der­zeit stützt sich die Staats­schutz­tä­tig­keit des Bun­des aus­schliess­lich auf unge­schrie­be­nes Ver­fas­sungs­recht.
  • Sub­si­diä­re Ein­sät­ze der Armee zur Unter­stüt­zung der Kan­to­ne bei Gross­an­läs­sen, bei wel­chen die­se an ihre per­so­nel­len und finan­zi­el­len Gren­zen sto­ssen, sol­len in der Mili­tär­ge­setz­ge­bung prä­zi­siert wer­den. Dar­über hin­aus steht zur Debat­te, eine neue Unter­stüt­zungs­auf­ga­be des Bun­des für Situa­tio­nen zu schaf­fen, in denen die zivi­len Behör­den von vorn­her­ein über zu weni­ge Res­sour­cen ver­fü­gen.
  • Für die Wahr­neh­mung der kri­mi­nal­po­li­zei­li­chen Auf­ga­ben durch den Bund im Vor­feld von Straf­ver­fah­ren soll eine kla­re und restrik­ti­ve Ver­fas­sungs­grund­la­ge geschaf­fen wer­den. Die Arbei­ten zum Erlass eines Poli­zei­auf­ga­ben­ge­set­zes wer­den fort­ge­setzt, um das zer­split­ter­te Poli­zei­recht auf Bun­des­ebe­ne zusam­men­zu­füh­ren und Rege­lungs­lücken schlie­ssen.
  • Ausser­dem sol­len die Kan­to­ne durch den Bund die not­wen­di­ge Unter­stüt­zung bei der Erfül­lung von Schutz­auf­ga­ben auf­grund inter­na­tio­na­ler Ver­pflich­tun­gen erhal­ten, wie etwa beim Bot­schafts­schutz. Dafür sind die gel­ten­den gesetz­li­chen Grund­la­gen zu über­ar­bei­ten.
  • Schliess­lich ist geplant, in der Bun­des­ge­setz­ge­bung zu prä­zi­sie­ren, wel­che Sicher­heits­auf­ga­ben im Zoll- und Grenz­be­reich durch den Bund bzw. durch die Kan­to­ne voll­zo­gen wer­den.
Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.