Der Ein­zel­rich­ter am OGer LU hat ein Begeh­ren um ein pro­vi­so­ri­sches Ver­bot bestimm­ter Aus­sa­gen gestützt auf das UWG und das Per­so­nen­recht abge­wie­sen. Unter ande­rem war das Gesuch, es sei zu ver­bie­ten, pau­schal her­ab­set­zen­de Aus­sa­gen gestützt auf unwah­re Anga­ben zu machen, nicht aus­rei­chend bestimmt (vgl. dazu auch das Urteil 4A_460/2011 und dazu unse­ren Bei­trag “Her­ab­set­zen” bzw. “nega­tiv bewer­ten” sind für ein Unter­las­sungs­be­geh­ren zu unbe­stimm­te Hand­lun­gen”).

Die inkri­mi­nier­te Aus­sa­ge, die Stif­tung Ref­da­ta sei “nutz- und wert­los”, war fer­ner im Kon­text so zu ver­ste­hen, dass sie sich nicht auf die Stif­tung selbst, son­dern auf die Ver­wert­bar­keit der Ref­da­ta (swiss­IN­DEX) Stamm­da­ten zwecks Nut­zung der Daten zur Medi­ka­ment­be­rech­nung mit­tels der in den Arzt­pra­xen etc. ein­ge­setz­ten Soft­ware bezog. Die so ver­stan­de­ne Aus­sa­ge der Beklag­ten, ywe­see GmbH (dazu auch unse­re Bei­trä­ge hier, hier, hier und hier) war jedoch wohl sach­lich ver­tret­bar und nicht unwahr (nega­ti­ve Haupt­sa­chen­pro­gno­se), weil die­se Daten für die Phar­ma­fir­men unter dem Gesicht­spinkt der Abrech­nungs­we­sens tat­säch­lich nutz­los sond. Die für eine Her­ab­set­zung nach stän­di­ger Recht­spre­chung erfor­der­li­che beson­de­re Schwe­re hät­te die Aus­sa­ge dage­gen erreicht.

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.