Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on emp­fiehlt Kan­to­nen und Gemein­den, orts­frem­den Taxi­dien­sten eine mög­lichst freie Ent­fal­tung zu gewäh­ren. Eine Unter­su­chung des Sekre­ta­ria­tes der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on habe näm­lich erge­ben, dass zahl­rei­che kan­to­na­le und kom­mu­na­le Erlas­se zum Taxi­ge­wer­be Markt­zu­tritts­schran­ken für orts­frem­de Taxi­dien­ste ent­hal­ten, die nicht im Ein­klang mit dem Bin­nen­markt­ge­setz (BGBM, SR 943.02) ste­hen.
Die Emp­feh­lung der Wett­be­werbs­kom­mis­si­on zei­ge des­halb anhand der Taxi­vor­schrif­ten der Kan­to­ne Bern, bei­der Basel sowie der Städ­te Zürich und Win­ter­thur auf, wel­che Vor­schrif­ten die kan­to­na­len und kom­mu­na­len Märk­te gegen­ein­an­der abschot­ten und dar­um gegen das BGBM ver­sto­ssen. Kon­kret bezie­hen sich die Emp­feh­lun­gen dabei ins­be­son­de­re auf die bin­nen­markt­kon­for­me Ver­ga­be von Kon­zes­sio­nen für die Nut­zung öffent­li­cher Taxi­stand­plät­ze sowie die Vor­aus­set­zun­gen für die Zuläs­sig­keit einer Zusatz­be­wil­li­gung für orts­frem­de Taxi­dien­ste.
Zum Hin­ter­grund der Emp­feh­lung erwähn­te die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on mit­un­ter, dass bei den zustän­di­gen Behör­den wie auch im Taxi­ge­wer­be sel­ber offen­bar gro­sse Unge­wiss­heit über die Rechts­la­ge gemäss BGBM bestehe. Dies füh­re regel­mä­ssig zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen orts­frem­den und orts­an­säs­si­gen Taxi­dien­sten sowie der zustän­di­gen Gewer­be­po­li­zei. Da der Gesetz­ge­ber zudem bei Erlass des BGBM ins­be­son­de­re auf die “Berei­che mit regio­nal beschränk­tem Markt­zu­tritt” abge­zielt habe und das lokal unter­schied­lich regu­lier­te Taxi­ge­wer­be in der Bot­schaft nament­lich erwähn­te, sehe sich die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on umso mehr ver­an­lasst, mit­tels Emp­feh­lung die kon­kre­ten Markt­zu­tritts­rech­te für orts­frem­de Taxi­dien­ste zu defi­nie­ren.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: Pres­se­mit­tei­lung vom 29. März 2012 (PDF), Emp­feh­lung vom 27. Febru­ar 2012 (PDF)

Oliver Kaufmann

Posted by Oliver Kaufmann

RA Dr. Oliver Kaufmann hat an der Universität Zürich studiert und war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf dem Sekretariat der WEKO tätig. Er arbeitet als Rechtsanwalt und Partner bei Streichenberg in Zürich.