Im vor­lie­gen­den Fall ging es um einen Arrest gegen die Repu­blik Usbe­ki­stan für eine For­de­rung aus einem Ver­trag mit der “Mate­ri­al- und Ver­sor­gungs­ba­sis für den Bereich Mit­tel­asi­en des Staat­li­chen Komi­tees Usbe­ki­stans für die Ver­sor­gung und Repa­ra­tu­ren in der Land­wirt­schaft ‘Uzselkhozs­na­bre­mont’”. Die Vor­in­stanz des BGer, das KGer SZ, hat­te den Arrest­be­fehl auf Beschwer­de der Repu­blik Usbe­ki­stans hin auf­ge­ho­ben, weil deren Pas­siv­le­gi­ma­ti­on fehl­te; das erwähn­te Gebil­de war nach usbe­ki­schem Recht wohl recht­lich selb­stän­dig.

Das BGer fasst im vor­lie­gen­den Urteil zunächst die Grund­sät­ze zusam­men, die für den Inhalt des Arre­steinspra­che­ver­fah­rens (SchKG 278 I) und den Wei­ter­zug an die obe­re kan­to­na­le Instanz (SchKG 278 III) gel­ten:

Arrest­be­wil­li­gung und -ein­spra­che erfol­gen im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren (Art. 251 lit. a ZPO). Nach Art. 272 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG wird der Arrest bewil­ligt, wenn der Gläu­bi­ger u.a. glaub­haft macht, dass sei­ne For­de­rung besteht. Die “Glaub­haft­ma­chung” umfasst den Bestand der For­de­rung in sowohl tat­säch­li­cher als auch recht­li­cher Hin­sicht […]. Die tat­säch­li­chen Umstän­de der Ent­ste­hung der Arrest­for­de­rung sind glaub­haft gemacht, wenn für deren Vor­han­den­sein gewis­se Ele­men­te spre­chen, selbst wenn der Arre­strich­ter mit der Mög­lich­keit rech­net, dass sie sich nicht ver­wirk­licht haben könn­ten […]. Die recht­li­che Prü­fung des Bestan­des der Arrest­for­de­rung ist sum­ma­risch, d.h. weder end­gül­tig noch rest­los […].
[…] Im Wei­ter­zug an die obe­re kan­to­na­le Instanz (Art. 278 Abs. 3 SchKG) kann die unrich­ti­ge Rechts­an­wen­dung gel­tend gemacht wer­den (Art. 320 lit. a ZPO). Dar­un­ter fällt u.a. die feh­ler­haf­te Anwen­dung des SchKG, der ZPO oder die fal­sche Anwen­dung des aus­län­di­schen Rechts […]. Sodann kann im kan­to­na­len Wei­ter­zug nur die “offen­sicht­lich unrich­ti­ge” bzw. will­kür­li­che Tat­sa­chen­fest­stel­lung und Beweis­wür­di­gung gel­tend gemacht wer­den […].

Der ent­schei­den­de Punkt, näm­lich die recht­li­che Selb­stän­dig­keit der ver­trag­li­chen Gegen­par­tei, ist aller­dings kei­ne Tat-, son­dern eine Rechts­fra­ge, wes­halb IPRG 16 I auch vom “Nach­weis”, nicht vom “Beweis”, des aus­län­di­schen Rechts spricht. Die Klä­ge­rin konn­te daher a prio­ri nicht auf eine feh­ler­haf­te Tat­sa­chen­fest­stel­lung und -kogni­ti­on oder eine Ver­let­zung des Noven­rechts beru­fen.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.