Das BGer bestä­tigt die Recht­spre­chung von BGE 133 III 6 E. 5.3.3 S. 25 und E. 5.4 S. 31, wonach die Ver­jäh­rungs­frist des Regress­rechts aus OR 51 II ein Jahr beträgt:

Es besteht kein Grund, die­se kla­re und in der Leh­re nicht bestrit­te­ne Recht­spre­chung (vgl. Pas­cal Pichonnaz/Franz Wer­ro, La pre­scrip­ti­on de l’action récur­soi­re en cas de soli­da­rité impar­fai­te, BR 2007 S. 51) wie­der in Fra­ge zu stel­len. Es wur­de eine Lücke durch Rich­ter­recht (par voie pré­to­ri­en­ne) geschlos­sen; für eine Anwen­dung der all­ge­mei­nen ver­trag­li­chen Ver­jäh­rungs­frist von zehn Jah­ren (Art. 127 OR) bleibt damit kein Raum.

Bei meh­re­ren Regress­for­de­run­gen beginnt die Ver­jäh­rung für jede sepa­rat zu lau­fen:

 Die Ver­jäh­rung beginnt ab Fäl­lig­keit der For­de­rung (Art. 130 Abs. 1 OR). Die Fäl­lig­keit einer Regress­for­de­rung tritt im Zeit­punkt ein, in wel­chem der Ver­si­che­rer dem Geschä­dig­ten Ver­si­che­rungs­lei­stun­gen erbringt (BGE 133 III 6 E. 5.3.3 S. 25). 
Gewis­se Spe­zi­al­nor­men sehen vor, dass die Ver­jäh­rung erst zu lau­fen beginnt, wenn der Geschä­dig­te voll­stän­dig befrie­digt ist (so z.B. Art. 83 Abs. 3 SVG [SR 741.01], Art. 34 Abs. 3 BSG [SR 747.201], Art. 39 Abs. 3 RLG [SR 746.1], Art. 59d USG [SR 814.01], Art. 32 Abs. 2 GTG [SR 814.91]). Von sol­chen posi­tiv gere­gel­ten Fäl­len abge­se­hen besteht aber kei­ne all­ge­mei­ne Regel, dass die Ver­jäh­rung erst mit der voll­stän­di­gen Befrie­di­gung des Geschä­dig­ten durch den Rück­griffs­be­rech­tig­ten zu lau­fen beginnt (BGE 115 II 42 E. 2B S. 49 f.; Ste­phen Ber­ti, Zür­cher Kom­men­tar zum OR, 3. Aufl. 2002, N. 124 zu Art. 130 OR).
 
Lei­stet der Rück­griffs­be­rech­tig­te Teil- oder Akon­to­zah­lun­gen, wird der Schä­di­ger gleich­zei­tig in die­sem Umfang unge­recht­fer­tigt berei­chert und es ent­steht jeweils eine ent­spre­chen­de Regress­for­de­rung. Die­se wird sofort fäl­lig (vgl. Art. 75 OR), womit nach der all­ge­mei­nen Regel auch die Ver­jäh­rung für jede Regress­for­de­rung sepa­rat zu lau­fen beginnt.
David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.