Der Bun­des­rat begrüsst aus­drück­lich die Prä­zi­sie­rung des Anwen­dungs­be­reichs der Bestim­mun­gen über die ver­deck­te Ermitt­lung, wel­che die Kom­mis­si­on für Rechts­fra­gen des Natio­nal­rats (RK-N) in ihrem Bericht über eine Ände­rung der Straf­pro­zess­ord­nung (StPO) vor­ge­schla­gen hat.

Laut sei­ner am Mitt­woch ver­öf­fent­lich­ten Stel­lung­nah­me befür­wor­tet der Bun­des­rat eine kla­re­re und enge­re Defi­ni­ti­on der ver­deck­ten Ermitt­lung. Die­se Ermitt­lungs­form soll künf­tig nur dann vor­lie­gen, wenn Poli­zei­an­ge­hö­ri­ge oder vor­über­ge­hend für poli­zei­li­che Auf­ga­ben ange­stell­te Per­so­nen eine durch Urkun­den abge­si­cher­te fal­sche Iden­ti­tät (Legen­de) ver­wen­den, um in ein kri­mi­nel­les Milieu ein­zu­drin­gen und beson­ders schwe­re Straf­ta­ten auf­zu­klä­ren. Die Ver­wen­dung fal­scher Urkun­den dient dem­nach als das ent­schei­den­de Unter­schei­dungs­merk­mal zur weni­ger ein­schnei­den­den ver­deck­ten Fahn­dung, wel­che die Erken­nung und Ver­hin­de­rung mög­li­cher Straf­ta­ten bezweckt. Aller­dings soll auch für die ver­deck­te Fahn­dung, wo Poli­zei­an­ge­hö­ri­ge ledig­lich ihre wah­re Funk­ti­on ver­schwei­gen, eine gesetz­li­che Grund­la­ge geschaf­fen wer­den.

Die Ände­rung der StPO beschränkt sich dar­auf, ver­deck­te Ermitt­lungs­hand­lun­gen zu regeln, die der Auf­klä­rung began­ge­ner Straf­ta­ten die­nen. Bestim­mun­gen über die ver­deck­te Fahn­dung sol­len hin­ge­gen nicht in die StPO auf­ge­nom­men wer­den. Zur Begrün­dung ver­weist der Bun­des­rat auf die Kom­pe­tenz­auf­tei­lung und Abspra­che zwi­schen Bund und Kan­to­nen, wonach Bestim­mun­gen über straf­pro­zes­sua­le Mass­nah­men in der StPO und Bestim­mun­gen über prä­ven­ti­ve Mass­nah­men im kan­to­na­len Poli­zei­recht erlas­sen wer­den.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.