Die revi­dier­te Schwei­ze­ri­sche Schieds­ord­nung tritt am 1. Juni 2012 in Kraft. Sie fin­det Anwen­dung auf Schieds­ver­fah­ren, bei denen die Ein­lei­tungs­an­zei­ge am 1. Juni 2012 oder spä­ter beim Secre­ta­ri­at of the Arbi­tra­ti­on Court ein­ge­reicht wor­den ist (Art. 1.3).

Hier eine Aus­wahl der wesent­lich­sten Ände­run­gen:

  • Als Schieds­in­sti­tu­ti­on haben die Han­dels­kam­mern von Basel, Bern, Genf, Lau­sanne, Luga­no, Neu­en­burg und Zürich den Ver­ein “Swiss Cham­bers’ Arbi­tra­ti­on Insti­tu­ti­on” gegrün­det. Die Ver­fah­ren wer­den vom “Arbi­tra­ti­on Court” ver­wal­tet, der vom “Secre­ta­ri­at of the Court” unter­stützt wird. 
  • Mit der revi­dier­ten Schieds­ord­nung wird eine Beschleu­ni­gung der Ver­fah­ren ange­strebt (vgl. z.B. Art. 3.3(h), 3.7(f), 11.1,13.2(b), 15.7, 40.1, 40.2).
  • Der Arbi­tra­ti­on Court ver­fügt über wei­ter­rei­chen­de Kom­pe­ten­zen, was eine effi­zi­en­te Ver­fah­rens­füh­rung sicher­stel­len soll (vgl. z.B. Art. 1.4, 2.3, 5.3, 40.4).
  • Das Schieds­ge­richt kann super­pro­vi­so­ri­sche Mass­nah­men erlas­sen (Art. 26.3).
  • Bereits vor Kon­sti­tu­ie­rung des Schieds­ge­richts kann eine Par­tei einen Antrag auf vor­sorg­li­che Mass­nah­men stel­len (Art. 43). Die­ser Antrag wird vom “sole emer­gen­cy arbi­tra­tor” behan­delt. Im Unter­schied zur eben­falls kürz­lich revi­dier­ten Schieds­ge­richts­ord­nung der ICC kann der “sole emer­gen­cy arbi­tra­tor” auch super­pro­vi­so­ri­sche Mass­nah­men erlas­sen.
Michael Feit

Posted by Michael Feit

RA Dr. Michael Feit, LL.M, ist als Rechtsanwalt bei Walder Wyss tätig und auf internationale Schiedsgerichtsbarkeit (Handels- und Investitionsschutzschiedsgerichtsbarkeit) spezialisiert. Er vertritt Parteien sowohl in institutionellen als auch in ad hoc Schiedsverfahren und amtet auch als Schiedsrichter. Bei der Bearbeitung französischsprachiger Bundesgerichtsentscheide wird er von RA David Cuendet (ebenfalls Walder Wyss) unterstützt.