Die Anwen­dung der übli­chen Aus­le­gungs­me­tho­den führt nicht zu einer kla­ren Aus­le­gung von BüG 58a (Erleich­ter­te Ein­bür­ge­rung für das Kind einer schwei­ze­ri­schen Mut­ter). Den ver­blei­ben­den Aus­le­gungs­spiel­raum schliesst das BGer des­halb durch eine ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung:

Unter Berück­sich­ti­gung aller Aus­le­gungs­ele­men­te ergibt sich mit­hin, dass sich Art. 58a BüG auf ver­schie­de­ne Wei­se aus­le­gen lässt. Damit recht­fer­tigt sich eine ver­fas­sungs­kon­for­me Anwen­dung des Geset­zes. Das bedingt eine unmit­tel­bar durch ver­fas­sungs­ge­mä­sse und damit bei­de Geschlech­ter bei der Wei­ter­ga­be des Schwei­zer Bür­ger­rechts gleich behan­deln­de Aus­le­gung bei der Wei­ter­ga­be des Schwei­zer Bür­ger­rechts bzw. spe­zi­fi­scher bei der Zulas­sung zur erleich­ter­ten Ein­bür­ge­rung für wei­te­re Gene­ra­tio­nen im Anwen­dungs­be­reich von BüG 58a.

Der Beschwer­de­füh­rer deut­scher und fin­ni­scher Staats­bür­ger­schaft hat­te die erleich­ter­te Ein­bür­ge­rung nach BüG 58a bean­tragt, weil sei­ne Urgross­mut­ter, sei­ne Gross­mut­ter und sein Vater schwei­ze­ri­sche Bür­ger waren. Das BVGer hat­te das Gesuch in 2. Instanz abge­wie­sen; BüG 58a sei nicht anwend­bar. Bei der Ein­bür­ge­rung nach die­ser Bestim­mung kön­ne höch­stens eine nach­fol­gen­de Gene­ra­ti­on über­sprun­gen wer­den. Für wei­te­re Gene­ra­tio­nen sei ein Bür­ger­rechts­er­werb nicht vor­ge­se­hen, und der Wort­laut spre­che nur von der Mut­ter, nicht vom Vater.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.