Im vor­lie­gen­den Fall war vor BGer die Gül­tig­keit eines Testa­ments­zu­sat­zes strit­tig. Die Gen­fer Gerich­te waren von der Urteils­fä­hig­keit des Testa­tors im rele­van­ten Zeit­punkt aus­ge­gan­gen. Das BGer wider­spricht die­ser Auf­fas­sung (nach einer zusam­men­fas­sen­den Dar­stel­lung der Beur­tei­lung der Urteils­fä­hig­keit). Zwar ist der gesund­heit­li­che Zustand eine Tat­fra­ge; die dar­aus zu zie­hen­den Schlüs­se für die Urteils­fä­hig­keit sind dage­gen eine Rechts­fra­ge. Hier war ärzt­lich fest­ge­stellt wor­den, dass der Testa­tor zur Zeit bei der Nie­der­schrift des Testa­ments­zu­sat­zes an der alz­hei­mer­schen Krank­heit litt. Im kon­kre­ten Fall stiess dies die Ver­mu­tung der Urteils­fä­hig­keit (ZGB 16) um und begrün­de­te im Gegen­teil die Ver­mu­tung der Urteils­un­fä­hig­keit. Es hät­te daher an der Lebens­part­ne­rin des ver­stor­be­nen Testa­tors (die sich auf den Testa­ments­zu­satz beru­fen hat­te) gele­gen, die­se Ver­mu­tung durch den Beweis des luci­dum inter­val­lum zu ent­kräf­ten. Dies gelang ihr nicht. Ins­be­son­de­re genüg­te der Nach­weis einer gewis­sen Bes­se­rung des Zustands des Testa­tors nach Ein­nah­me eines Alz­hei­mer­me­di­ka­ments nicht.

Strit­tig war fer­ner u.a. die Fra­ge, ob bestimm­te Ver­mö­gens­wer­te, die von einem kom­ple­xen Kon­strukt von Off­shore-Gesell­schaf­ten und -Trusts gehal­ten wur­den, dem Testa­tor zuzu­rech­nen waren. Das BGer äussert sich in die­sem Zusam­men­hang eher knapp zur Aner­ken­nung von Trusts nach dem Haa­ger Tru­st­über­ein­kom­men und zur Durch­griffs­theo­rie und auf den Durch­griff anwend­ba­ren Recht.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.