Die Wet­tbe­werb­skom­mis­sion (WEKO) hat am 16. Juli 2012 entsch­ieden, die KFZ-Bekan­nt­machung (Bekan­nt­machung über die wet­tbe­werb­srechtliche Behand­lung von ver­tikalen Abre­den im Kraft­fahrzeughan­del vom 21. Okto­ber 2002, KFZ-Bekan­nt­machung, in Kraft seit 1. Novem­ber 2002) in ihrer gel­tenden Fas­sung vor­läu­fig beizube­hal­ten.

Die Prü­fung ein­er Anpas­sung der KFZ-Bekan­nt­machung hat das Streben nach ein­er europakom­pat­i­blen Anwen­dung des Schweiz­er Kartellge­set­zes im Auto­mo­bil­bere­ich zum Hin­ter­grund, konkret die ab Juni 2013 gel­tende Neuregelung des wet­tbe­werb­srechtlichen Rah­mens für die Auto­mo­bil­branche in der EU (siehe dazu VO EU Nr. 461/2010 vom 27. Mai 2010, ABl 2010 L 129/52, sowie die ergänzen­den Leitlin­ien). Die WEKO hat­te eine Anpas­sung der KFZ-Bekan­nt­machung auf­grund der Recht­sen­twick­lung in der EU bere­its 2010 erwogen und sich schon damals “in bre­it­em Kon­sens mit den Vertretern der Auto­mo­bil­branche” gegen eine Anpas­sung entsch­ieden (cf. die Erläuterun­gen der WEKO zur KFZ-Bekan­nt­machung von Mitte 2010).
Gegen eine Anpas­sung zum aktuellen Zeit­punkt sprechen nach Auf­fas­sung der WEKO ein­er­seits die Ergeb­nisse ein­er Vernehm­las­sung mit inter­essierten Kreisen und ander­er­seits die derzeit laufende Revi­sion des Kartellge­set­zes, ins­beson­dere die Unsicher­heit­en im Bere­ich der Revi­sion von Art. 5 KG. Die WEKO will die Recht­sen­twick­lung in der EU sowie die Wet­tbe­werb­sver­hält­nisse auf dem Schweiz­er Auto­mo­bil­markt aber weit­er im Auge behal­ten und Mitte 2014 eine Neubeurteilung der KFZ-Bekan­nt­machung vornehmen.
Weit­ere Infor­ma­tio­nen: Medi­en­mit­teilung vom 27. Juli 2012 (PDF)
Oliver Kaufmann

Posted by Oliver Kaufmann

RA Dr. Oliver Kaufmann hat an der Universität Zürich studiert und war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf dem Sekretariat der WEKO tätig. Er arbeitet als Rechtsanwalt und Partner bei Streichenberg in Zürich.