Nach ZPO 63  bleibt bei einer Ein­ga­be, auf die nicht ein­ge­tre­ten wur­de, die Rechts­hän­gig­keit bei erneu­ter Ein­rei­chung inner­halb von einem Monat seit “dem Nicht­ein­tre­tens­ent­scheid” erhal­ten. Das BGer hat­te im vor­lie­gen­den Urteil zu ent­schei­den, ob der Zeit­punkt der Zustel­lung des Nicht­ein­tre­tens­ent­scheids oder jener von des­sen Rechts­kraft mass­ge­bend ist.

Die Vor­in­stanz, das HGer ZH, hat­te ent­schie­den, dass die Monats­frist mit Zustel­lung begin­ne, wenn gegen den Nicht­ein­tre­tens­ent­scheid kein Rechts­mit­tel ergrif­fen wer­de. Das BGer bestä­tigt die­sen Ent­scheid in Fort­füh­rung der alt­recht­li­chen Recht­spre­chung zu aOR 139 (BGE 109 III 49): 

[…] erkann­te das Bun­des­ge­richt in einem Fall, der die ana­lo­ge Anwen­dung von aArt. 139 OR auf die Aberken­nungs­kla­ge mit ent­spre­chend ver­kürz­ter Frist […] betraf, aus Grün­den der Rechts­si­cher­heit und der Klar­heit der Ver­hält­nis­se begin­ne die Nach­frist erst mit der Zustel­lung des for­mel­len Nicht­ein­tre­tens­ent­schei­des zu lau­fen (und nicht schon mit der münd­li­chen Mit­tei­lung). Das Bun­des­ge­richt stell­te mit­hin nicht auf die Rechts­kraft des Nicht­ein­tre­tens­ent­schei­des ab, son­dern auf des­sen Zustel­lung (BGE 109 III 49 E. 4d S. 52) bezie­hungs­wei­se Eröff­nung (BGE 101 II 77 E. 3 S. 82). Die­se Auf­fas­sung stiess in der Leh­re nicht auf Kri­tik, son­dern wur­de über­nom­men […]. Hät­te der Gesetz­ge­ber mit der ZPO eine Abkehr von der zu aArt. 139 OR ergan­ge­nen Recht­spre­chung bewir­ken wol­len, hät­te er dies im Geset­zes­text und den Mate­ria­li­en zum Aus­druck gebracht.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.