Das BGer hat in BGE 132 I 68 in Sachen Mäch­ler c. Genos­sa­me Lachen ent­schie­den, dass eine öffent­lich­recht­li­che Kor­po­ra­ti­on, die nicht von Bun­des­rechts wegen gezwun­gen ist, die Bestim­mun­gen des Namens- und Bür­ger­rechts anzu­wen­den, immer­hin BV 8 ver­letzt, wenn sie die Wei­ter­ga­be der Mit­glied­schaft durch ver­hei­ra­te­te Kor­po­ra­ti­ons­bür­ge­rin­nen und ledi­ge Kor­po­ra­ti­ons­bür­ger aus­schliesst.

Im vor­lie­gen­den Fall ging es nun um ein Gesuch um Auf­nah­me in die Kor­po­ra­ti­on Zug, eine Kör­per­schaft mit dem Zweck, das sog. Kor­po­ra­ti­ongut zu ver­wal­ten, wobei der Sta­tus eines Kor­po­ra­ti­ons­ge­nos­sen Per­so­nen vor­be­hal­ten bleibt, die Trä­ger des Fami­li­en­na­mens von einem von 36 Zuger Kor­po­ra­ti­ons­ge­nos­sen-Geschlech­tern sind. Die Beschwer­de­füh­rer hat­ten die­ses Pri­vi­leg durch Ver­hei­ra­tung der Mut­ter, Trä­ge­rin­nen eines sol­chen beson­de­ren Fami­li­en­na­mens, unglück­li­cher­wei­se mit ver­bun­de­nem Namens­wech­sel, ein­ge­büsst.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt ZG hat­te ent­schie­den, dass die Abwei­sung der Auf­nah­me­ge­su­che sta­tu­ten­kon­form erfolgt sei, aber das Gebot der rechts­glei­chen Behand­lung ver­let­ze. Das BGer schützt die­ses Urteil im vor­lie­gen­den Sach­ver­halt, der dem genann­ten BGE 132 I 68 durch­aus ver­gleich­bar sei:

Die ange­foch­te­ne Auf­nah­me­re­ge­lung der Kor­po­ra­ti­on füh­re zu einer Ungleich­be­hand­lung der ver­hei­ra­te­ten Genos­sen­bür­ge­rin und des unver­hei­ra­te­ten Genos­sen­bür­gers, wel­che jeweils ihre Mit­glied­schaft nicht an die Nach­kom­men wei­ter­ge­ben könn­ten. Damit wür­den sich die Sta­tu­ten als ver­fas­sungs­recht­lich nicht halt­bar erwei­sen.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.