Die schwei­ze­ri­sche Wort­mar­ke “VOGUE” und ähn­li­che Mar­ken u.a. in Klas­se 16 (u.a. Drucke­rei­er­zeug­nis­se) gehö­ren der US-ame­ri­ka­ni­schen Advan­ce Maga­zi­ne Publishers Inc. Die­se klag­te gegen den Inha­ber der schwei­ze­ri­schen Wort­mar­ke “Vogue My Style” in den Klas­sen 3 und 14 (Wasch­mit­tel etc.; Schmuck etc.) auf Löschung.

Das BGer bestä­tigt zunächst, dass die Mar­ke VOGUE” berühmt iSv MSchG 15 ist. Der Begriff der Berühmt­heit ist Rechts­fra­ge; Tat­fra­gen sind, ob die danach vor­aus­ge­setz­te Bekannt­heit bei einem brei­ten Publi­kum besteht und ob die Mar­ke ein posi­ti­ves Image besitzt. Die­se Punk­te sind zu bewei­sen, z.B. durch eine Mei­nungs­um­fra­ge. Hier hat­te die Vor­in­stanz beim deut­schen Insti­tut Allen­spach eine demo­sko­pi­sche Umfra­ge in Auf­trag gege­ben (vgl. BGE 130 III 748 und BGE 131 III 121). Dabei war unbe­strit­ten, dass die Art der Umfra­ge — Befra­gung von 1’100 Per­so­nen in Alter von 15 bis 74 Jah­ren, in drei Sprach­re­gio­nen — ange­mes­sen war. Sie hat­te erge­ben, dass 25% der befrag­ten Per­so­nen die Mar­ke “Vogue” kann­ten und die­se ein posi­ti­ves Image hat­te. Die Vor­in­stanz hat­te also zu Recht erkannt, dass “VOGUE” eine berühm­te Mar­ke ist.

Die Vor­in­stanz hat­te die Kla­ge den­noch abge­wie­sen, weil die Unter­schie­de zwi­schen den bean­spruch­ten Waren zu gross sei­en. Dem wider­spricht das Bun­des­ge­richt. Das Aus­schliess­lich­keits­recht des Inha­bers berühm­ter Mar­ken (MSchG 13) ist nicht auf bestimm­te Pro­dukt­gat­tun­gen beschränkt (MSchG 15; vgl. BGE 130 III 748, “Nest­lé”), auch nicht auf die Waren und Dienst­lei­stun­gen, für wel­che die berühm­te Mar­ke gebraucht wird:

4.2.2 Il suit de là que les inti­mées, titu­lai­res de la mar­que de hau­te renom­mée « Vogue », sont en droit d’interdire l’utilisation de cet­te mar­que pour tou­tes les caté­go­ries de biens et ser­vices, et non seu­le­ment pour ceux où leur mar­que est uti­li­sée. Autre­ment dit, les inti­mées sont habi­litées à empêcher que les recou­rants com­mer­cia­li­sent des arti­cles d’horlogerie ou de joa­il­le­rie, tel­les des mon­tres, avec les signes « Vogue » ou « Vogue My Style ».

Im Übri­gen war die Ruf­aus­beu­tung der Mar­ke “Vogue” unlau­ter iSv UWG 2. Das BGer liess aus­drück­lich offen, ob dane­ben auch UWG 3 d (Ver­wechs­lungs­ge­fahr) oder UWG 3 e (unlau­te­rer Image­trans­fer) erfüllt waren:

[…] il appa­raît en out­re que les recou­rants ont exploité de maniè­re déloya­le la renom­mée des inti­mées, du moment que les con­som­ma­teurs étai­ent incités à pen­ser qu’il exi­s­tait un lien, quel qu’en soit la natu­re, ent­re leurs entre­pri­ses et cel­les des inti­mées, qui publi­ent notam­ment le maga­zi­ne de bon­ne répu­ta­ti­on Vogue. Ce com­por­te­ment tom­be sous le coup de la clau­se géné­ra­le ancrée à l’art. 2 LCD […]. Dans ces cir­con­stan­ces, il n’est pas uti­le d’examiner si les recou­rants, en uti­li­sant le mot « Vogue » sur leurs mon­tres, ont encore fait naît­re une con­fu­si­on avec le pro­du­it d’autrui au sens de l’art. 3 let. d LCD ou s’ils ont trans­fé­ré l’image d’un pro­du­it con­nu à leurs pro­p­res pre­sta­ti­ons, atti­tu­de qui est sanc­tion­née par l’art. 3 let. e LCD […].

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.