Die Beschwer­de­füh­re­rin emit­tier­te eine Anlei­he von CHF 400 Mio., unter­teilt in Obli­ga­tio­nen zu je CHF 5’000 Nomi­nal­wert. Es han­del­te sich dabei um eine Hybrid­an­lei­he (“Unda­ted Fixed to Floa­ting Rate Sub­or­di­na­ted Bonds”; “Bond”) ohne befri­ste­te Lauf­zeit, die durch die X. AG, nicht jedoch durch die Gläu­bi­ger, vier­tel­jähr­lich ordent­lich künd­bar ist, erst­mals nach sie­ben Jah­ren.

Die Vor­in­stan­zen stell­ten sich auf den Stand­punkt, dass mit Blick auf den Bond, der kei­ne ver­trag­lich fest­ge­leg­te Lauf­zeit hat, von einer maxi­ma­len Lauf­zeit von zehn Jah­ren (vgl. aStV 17a III) aus­zu­ge­hen sei.

Dage­gen erhob die Beschwer­de­füh­re­rin Beschwer­de, unter ande­rem mit dem Argu­ment, sie habe nach sie­ben Jah­ren ein Kün­di­gungs­recht, wes­halb die Emis­si­ons­ab­ga­be für sie­ben Jah­re geschul­det sei.

Das BGer hielt im Ent­scheid ins­be­son­de­re Fol­gen­des fest.

Umstrit­ten war ins­be­son­de­re die Bestim­mung der maxi­ma­len Lauf­zeit für die zu
beur­tei­len­de Anlei­he sowie die Vor­ge­hens­wei­se bei der Bemes­sung der
Emis­si­ons­ab­ga­be für Obli­ga­tio­nen, die kei­ne ver­trag­lich fest­ge­leg­te
Lauf­zeit haben. Die Beschwer­de­füh­re­rin ver­trat ins­be­son­de­re die
Auf­fas­sung, die in aSt­V17a III sta­tu­ier­te Bemes­sung für eine
fik­ti­ve zehn­jäh­ri­ge Lauf­zeit wider­spre­che dem Gesetz, ins­be­son­de­re aStG 9a, den die Ver­ord­nungs­be­stim­mung nach ihrem Zweck kon­kre­ti­sie­ren sol­le

U.a. mit Ver­weis auf die zivil­recht­li­che Ver­jäh­rungs­frist unbe­fri­ste­ter Dar­le­hen (gemäss BGer zehn Jah­re und sechs Wochen) hielt das BGer fest, dass “auf jeden Fall für die Bemes­sung der Emis­si­ons­ab­ga­be bei unbe­schränkt lau­fen­den Anlei­hen zugrun­de geleg­te fik­ti­ve Lauf­zei­ten von 10 Jah­ren als unbe­denk­lich” erschie­nen (E. 4.1.2).

Wei­ter hielt das BGer fest, dass sich die Bestim­mung von aStV 17a III Satz 2, wonach bei Titeln mit ver­trag­lich nicht fest­ge­leg­ter Lauf­zeit die dem
Aus­ga­be­ter­min fol­gen­den zehn Jah­re als maxi­ma­le Lauf­zeit gel­ten und nach
Ablauf die­ser Frist eine neue maxi­ma­le Lauf­zeit — von wie­der­um zehn
Jah­ren — beginnt, im Rah­men der gesetz­li­chen Vor­ga­ben hiel­te.

StG 9a und StV 17a wur­den im Rah­men der “too big to fail”-Revision per 1. März 2012 auf­ge­ho­ben.

Michael Fischer

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