Nach OR 417 kann eine über­höh­te Pro­vi­si­on für den Nach­weis einer Abschluss­ge­le­gen­heit oder die Ver­mitt­lung eines Arbeits­ver­tra­ges oder Grund­stück­kau­fes (auf Antrag des Schuld­ners) ange­mes­sen her­ab­set­zen. In frü­he­ren Urtei­len hat das BGer fol­gen­de Pro­vi­sio­nen geschützt:

  • 3% auf einen Ver­kaufs­preis von CHF 1.7 Mio. (4C.121/2005 E. 4.2.2)
  • CHF 492’000 = 3% (aber an der Gren­ze; 4C.362/1999 E. 4c)
  • 3.57% auf einen Ver­kaufs­preis von CHF 1.75 Mio. (4C.183/1998 E. 4b)
  • 3.57% auf CHF 2.8 Mio. (4C.28/1995 E. 5b)
  • 3% (BGE 117 II 286 E. 5b).

Nicht zuläs­sig war dage­gen eine Pro­vi­si­on von 11% auf den Ver­kaufs­preis, wäh­rend die übli­che Pro­vi­si­on (damals) 2% war (BGE 83 II 151 E. 4c).

Im vor­lie­gen­den Urteil
hält das BGer fest, dass auf die Gesamt­heit der Umstän­de
abzu­stel­len ist, ins­be­son­de­re auf das übli­che Hono­rar, aber auch auf ande­re Umstän­de wie zB eine beson­ders gute Abschluss­ge­le­gen­heit oder die nicht gewerbs­mä­ssi­ge Tätig­keit des Mak­lers. Kei­ne Rol­le spielt dage­gen im Nor­mal­fall der Auf­wand des Mak­lers, denn die Pro­vi­si­on belohnt nicht Ein­satz, son­dern Erfolg. Die Vor­in­stanz, die Cour de Justi­ce Genf, hat­te eine Pro­vi­si­on von CHF 122’664, 3% des Ver­kaufs­prei­ses von CHF 3.8 Mio., daher zu Recht nicht her­ab­ge­setzt. Die Her­ab­set­zung war nament­lich wegen des gerin­gen Auf­wands des Mak­lers ver­langt wor­den. Das BGer schützt die­sen Ent­scheid als ver­tret­bar, wobei es wegen der Mass­geb­lich­keit der kon­kre­ten Umstän­de nicht ohne Not in das Ermes­sen der kan­to­na­len Gerich­te ein­grei­fen will.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.