Das BGer hat im genann­ten Ent­scheid zum Begriff der “nahe­ste­hen­den Per­son” fest­ge­hal­ten, was folgt.

(E. 6.1) Frag­lich ist, ob S. als eine der Beschwer­de­füh­re­rin
nahe­ste­hen­de Per­son zu qua­li­fi­zie­ren ist. Die Vor­in­stanz hat die Fra­ge
bejaht. Sie geht davon aus, dass nach der bun­des­ge­richt­li­chen
Recht­spre­chung der Begriff der nahe­ste­hen­den Per­son in dem Sin­ne
objek­ti­viert sei, dass vom quan­ti­ta­ti­ven Ele­ment (Lei­stung und
Gegen­lei­stung) auf das qua­li­ta­ti­ve Merk­mal der Ver­bun­den­heit zwi­schen
Gesell­schaf­ter und dem Drit­ten geschlos­sen wer­den kön­ne. Das ist nur
bedingt rich­tig. Die Unge­wöhn­lich­keit der Lei­stung (ins­be­son­de­re das
Miss­ver­hält­nis zwi­schen Lei­stung und Gegen­lei­stung im Dritt­ver­gleich)

ist ledig­lich ein Indiz (neben ande­ren), dass die geld­wer­te Lei­stung
auf­grund per­sön­li­cher Merk­ma­le, ins­be­son­de­re einer engen Bezie­hung
zwi­schen Gesell­schaft oder Betei­li­gungs­in­ha­ber und dem begün­stig­ten
Drit­ten, erbracht wor­den ist [Zita­te]. Fehlt der direk­te
Beweis, muss sich die Annah­me, die Lei­stung sei dem Aktio­när oder einer
ihm nahe­ste­hen­den Per­son zuge­kom­men, auf­grund der gesam­ten Umstän­de
“gebie­te­risch auf­drän­gen”
, so dass eine ande­re Erklä­rung gar nicht
mög­lich ist (vgl. BGE 115 Ib 279). Mass­ge­bend ist daher stets eine Gesamt­be­trach­tung.
Allein der Dritt­ver­gleich genügt für die­se Annah­me nicht.
Das wird in
einem Teil der Leh­re — die im Übri­gen zu Recht das Erfor­der­nis der
beson­de­ren Bezie­hung zwi­schen Gesell­schaft bzw. dem mass­geb­lich
Betei­lig­ten und der begün­stig­ten Per­son her­vor­hebt — über­se­hen (s. die
Nach­wei­se bei Brülisauer/Poltera, in: Schwei­ze­ri­sches Steu­er­recht, Band
I/2a, 2. Aufl. 2008, N. 133 f. zu Art. 58 DBG).

Michael Fischer

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