Gemäss Medi­en­mit­tei­lung hat die FINMA das Enforce­ment-Ver­fah­ren gegen die UBS AG wegen Mani­pu­la­tio­nen von Zins­sät­zen (ins­be­son­de­re: Libor) abge­schlos­sen.

Die FINMA kam dabei zum Schluss, dass die UBS in schwe­rer Wei­se gegen die schwei­ze­ri­sche Finanz­markt­ge­setz­ge­bung ver­sto­ssen hat. Die Auf­sichts­be­hör­de ord­ne­te einer­seits Mass­nah­men zur Ver­bes­se­rung der bank­in­ter­nen Pro­zes­se und ande­rer­seits die Ein­zie­hung von Gewin­nen in Höhe von CHF 59 Mio. an.

Im Ein­zel­nen kon­zen­trier­te hat­te sich das Ver­fah­ren der FINMA auf fol­gen­de drei Berei­che:

  • Ein­fluss­nah­me auf die Ein­ga­be von Zins­sät­zen zur Begün­sti­gung UBS-eige­ner Han­dels­po­si­tio­nen: UBS-Händ­ler ersuch­ten Mit­ar­bei­ter der UBS in zahl­rei­chen Fäl­len um Ein­ga­be höhe­rer oder tie­fe­rer Zins­sät­ze, um so Eigen­han­dels­po­si­tio­nen der UBS zu begün­sti­gen, wobei die Händ­ler auch beträcht­li­che Eigen­in­ter­es­sen ver­folgt haben.
  • Rich­tungs­vor­ga­ben zur Ein­ga­be von Zins­sät­zen aus Repu­ta­ti­ons­über­le­gun­gen wäh­rend der Finanz­kri­se: In den Jah­ren 2007 und 2008 erteil­ten UBS-Kader­mit­ar­bei­ten­de den für die Zins­sät­ze zustän­di­gen Mit­ar­bei­tern unan­ge­mes­se­ne Rich­tungs­vor­ga­ben; dies, um die Wahr­neh­mung der Kre­dit­wür­dig­keit der UBS posi­tiv zu beein­flus­sen.
  • Män­gel in den Kon­troll­sy­ste­men der UBS: Bei den Syste­men und Kon­trol­len im Zusam­men­hang mit Libor-Sub­mis­sio­nen wur­den erheb­li­che Män­gel fest­ge­stellt; inter­ne Richt­li­ni­en, soweit über­haupt vor­han­den, wur­den man­gel­haft oder gar nicht umge­setzt; zudem kon­trol­lier­ten die Vor­ge­setz­ten den Ein­ga­be­pro­zess unge­nü­gend; schliess­lich deck­ten auch inter­ne Über­prü­fun­gen durch die Com­pli­an­ce und die inter­ne Revi­si­on das Fehl­ver­hal­ten nicht auf.

Gemäss FINMA waren zahl­rei­che Mit­ar­bei­ten­de und eine begrenz­te Anzahl von Füh­rungs­kräf­ten invol­viert; indes fan­den sich offen­bar kei­ne Hin­wei­se, dass das dama­li­ge Top­ma­nage­ment der UBS vom Fehl­ver­hal­ten Kennt­nis hat­te.

Für wei­te­re Infor­ma­tio­nen sie­he Medi­en­mit­tei­lung der FINMA sowie den aus­führ­li­che­ren FIN­MA-Bericht (nur engl.). 

Claudio Kerber

Posted by Claudio Kerber

RA lic.iur. Claudio Kerber arbeitet als Rechtsanwalt und Partner bei der Kanzlei Werder Viganò AG. Er ist Ko-Autor von Lehrwerken zum Wertpapierrecht (2005) und Finanzmarktrecht (2015).