Das BGer schützt die Reduk­ti­on einer Kon­ven­tio­nal­stra­fe für die Ver­let­zung eines arbeits­recht­li­chen Kon­kur­renz­ver­bots von sechs Monats­löh­nen (mind. CHF 85’000) auf CHF 25’000, weil

  • der Arbeit­neh­mer das Kon­kur­renz­ver­bot nur punk­tu­ell (Mit­wir­kung bei der Grün­dung der Kon­kur­renz­ge­sell­schaft, finan­zi­el­le Betei­li­gung an die­ser) ver­letzt habe;
  • wobei das Ver­bot unmit­tel­bar vor sei­nem Aus­lau­fen stand; und
  • die Ver­let­zung wäh­rend der Kün­di­gungs­frist erfolg­te, so dass das Kon­kur­renz­ver­bot nicht mehr das glei­che Gewicht habe hat­te wie im unge­kün­dig­ten Ver­hält­nis; 
  • wobei den Arbeit­neh­mer aller­dings ein nicht uner­heb­li­ches Ver­schul­den traf (Kader­funk­ti­on), und die­ser — wenn auch nur für beschränk­te Zeit — Ein­blick in den schwei­ze­ri­schen Kun­den­kreis der Arbeit­ge­be­rin hat­te, und es der Arbeit­neh­mer in der Hand gehabt hat­te, auf eine Ver­schie­bung der Grün­dung der Kon­kur­renz­ge­sell­schaft um weni­ge Wochen hin­zu­wir­ken.
David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.