Im Ent­scheid hat das BGer fest­ge­hal­ten, dass Ber­ner Bur­ger­ge­mein­den wie die übri­gen “Gemein­den, die Kirch­ge­mein­den und die ande­ren Gebiets­kör­per­schaf­ten der Kan­to­ne sowie ihre Anstal­ten” (DBG 56 lit. c) von der Steu­er­pflicht befreit sind.

Den Ber­ner Bur­ger­ge­mein­den kommt im Unter­schied zu den poli­ti­schen Gemein­den kei­ne eigent­li­che ter­ri­to­ria­le und auch kei­ne steu­er­li­che Sou­ve­rä­ni­tät zu und ihre Auf­ga­be besteht in erster Linie in der Ver­wal­tung und der Nut­zung ihres Ver­mö­gens. Sie sind teil­wei­se ver­gleich­bar mit Kirch­ge­mein­den, die auch gemäss DBG 56 lit. c  von der Steu­er­pflicht befreit sind. 

Die Tat­sa­che, dass Bur­ger­ge­mein­den unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen Aus­schüt­tun­gen an ihre Mit­glie­der täti­gen kön­nen, schliesst eine Steu­er­be­frei­ung nicht aus. Ins­be­son­de­re inso­fern als die gesetz­li­che Auf­ga­be der Bur­ger­ge­mein­de dar­in besteht, ihr Ver­mö­gen für öffent­li­che Zwecke ein­zu­set­zen und soweit sie kei­ne über­mä­ssi­gen Aus­schüt­tun­gen an ihre Mit­glie­der vor­nimmt, gibt es kei­nen Grund, die Bur­ger­ge­mein­de anders als die übri­gen Gemein­den zu behan­deln.

In sei­ner neue­ren Recht­spre­chung hat sich das BGer ver­schie­dent­lich zur recht­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on von Bur­ger­ge­mein­den geäu­ssert. Die Ber­ner Bur­ger­ge­mein­den sind grund­sätz­lich öffent­lich-recht­li­che Kör­per­schaf­ten und gehö­ren zu den vier Arten von aner­kann­ten Gemein­den im Kan­ton Bern. Typi­scher­wei­se wür­den sich Ber­ner Bur­ger­ge­mein­den sozi­al, erzie­he­risch oder kul­tu­rell ein­set­zen (vgl. 2C 614/2009).

Ent­spre­chend sei es sach­ge­recht, die Ber­ner Bur­ger­ge­mein­den als gemäss DBG 56 lit. c von der Steu­er­pflicht befrei­te Kör­per­schaf­ten zu behan­deln.

Die Steu­er­be­frei­ung wirkt ex lege, es bedarf kei­nes beson­de­ren Ver­wal­tungs­ak­tes.

Michael Fischer

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