Das BGer hat­te im vor­lie­gen­den Fall den Ver­kauf einer Lie­gen­schaft zu beur­tei­len, deren Gebäu­de­flä­che sich im Nach­hin­ein als nied­ri­ger als ursprüng­lich ange­ge­ben erwie­sen hat­te. Unstrit­tig war, dass im Kauf­ver­trag die Gewähr­lei­stung aus­ge­schlos­sen wor­den war. Die Käu­fe­rin berief sich jedoch auf OR 199, wonach die Auf­he­bung oder Beschrän­kung der Gewährs­pflicht ungül­tig ist, wenn der Ver­käu­fer den Man­gel arg­li­stig
ver­schwie­gen hat. Das BGer hält dabei fest, dass Arg­list i.S.v. OR 199 posi­ti­ve Kennt­nis des Man­gels zumin­dest in den wesent­li­chen Zügen vor­aus­setzt. Fahr­läs­si­ge Unkennt­nis genügt dem­ge­gen­über nicht. Zudem muss der Ver­käu­fer den gekann­ten Man­gel vor­sätz­lich ver­schwei­gen, wobei Even­tu­al­vor­satz genügt:

Le ven­deur doit avoir une con­nais­sance effec­tive du
défaut; l’ignorance due à une nég­li­gence même gra­ve ne suf­fit pas (arrêt
4A_226/2009 du 20 août 2009 con­s­id. 3.2.3). La con­nais­sance ne doit pas
néces­saire­ment être com­plète ni por­ter sur tous les détails; il suf­fit
que le ven­deur soit suf­fi­sam­ment ori­en­té sur la cau­se à l’origine du
défaut pour que le princi­pe de la bon­ne foi l’oblige à en infor­mer
l’acheteur (ATF 66 II 132
con­s­id. 6 p. 139). La dis­si­mu­la­ti­on doit être inten­ti­on­nel­le; le dol
éven­tu­el suf­fit. Le ven­deur doit omett­re con­sciem­ment de com­mu­ni­quer un
défaut à l’acheteur tout en sachant qu’il s’agit d’un élé­ment important
pour ce der­nier (arrêt 4A_301/2010 du 7 sep­tem­bre 2010 con­s­id. 3.2
publié in SJ 2011 I p. 17).

Im vor­lie­gen­den Fall waren die tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen von OR 199 jedoch nicht gege­ben.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.