Das BVGer hat das vom IRS im Anschluss an das erste Ver­fah­ren über­ar­bei­te­te Amts­hil­fe­ge­such gut­ge­hei­ssen. Das Urteil (A-6011/2012) kann an das BGer wei­ter­ge­zo­gen wer­den.

Die NZZ fasst in der Aus­ga­be vom 22. März 2013 den Ent­scheid des BVGer wie folgt zusam­men: 

Dem ver­bes­ser­ten Amts­hil­fe­er­su­chen der USA in Sachen Kun­den der Credit Suis­se steht aus Sicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts offen­bar nichts Grund­sätz­li­ches ent­ge­gen. In einem neu­en Urteil aus St. Gal­len, das aller­dings noch ans Bun­des­ge­richt in Lau­sanne wei­ter­ge­zo­gen wer­den kann, wur­de eine gegen die Gewäh­rung von Amts­hil­fe gerich­te­te Beschwer­de abge­wie­sen. 

Mit einem ersten Amts­hil­fe­ge­such, laut dem CS-Mit­ar­bei­ter ihren Kun­den aktiv gehol­fen haben sol­len, Ver­mö­gens­wer­te vor dem US-Fis­kus zu ver­ber­gen, war die ame­ri­ka­ni­sche Steu­er­be­hör­de (IRS) vor knapp einem Jahr beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auf­ge­lau­fen (NZZ 11. 4. 12). Das Gericht war zum Schluss gelangt, dass das den CS-Mit­ar­bei­tern vor­ge­wor­fe­ne Ver­hal­ten zwar unter den Begriff «Betrugs­de­lik­te und der­glei­chen» gemäss dem ein­schlä­gi­gen Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men (DBA-USA 96) fal­len könn­te. Die Kri­te­ri­en zur Iden­ti­fi­ka­ti­on der fehl­ba­ren Kun­den sei­en indes so for­mu­liert, dass vor allem Per­so­nen infra­ge kämen, denen höch­stens Steu­er­hin­ter­zie­hung vor­ge­wor­fen wer­den könn­te. Dafür aber liess das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt kei­ne Amts­hil­fe zu. 

Das erste Amts­hil­fe­er­su­chen wur­de dar­auf zurück­ge­zo­gen, und im ver­gan­ge­nen Som­mer ging ein neu­es Gesuch ein, von dem nicht mehr über 600, son­dern nur noch eine zwei­stel­li­ge Zahl von Kun­den betrof­fen sein sol­len (NZZ 4. 8. 12). Die­ses ist laut Ein­schät­zung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts «prä­zi­ser for­mu­liert als das alte» und genügt den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen an ein Amts­hil­fe­ge­such. Ins­be­son­de­re sei­en die dar­in genann­ten Kri­te­ri­en geeig­net, «Per­so­nen zu iden­ti­fi­zie­ren, bei denen der Ver­dacht besteht, sie hät­ten ein amts­hil­fe­fä­hi­ges Delikt began­gen». Zudem sei­en die von den USA auf dem Weg der Amts­hil­fe ver­lang­ten Unter­la­gen vor­aus­sicht­lich rele­vant, um «Betrugs­de­lik­te und der­glei­chen» im Sin­ne von Art. 26 des DBA-USA 96 unter­su­chen zu kön­nen. 

Im Gegen­satz zum ersten Ent­scheid des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts kann sein neu­es Urteil auf­grund einer inzwi­schen erfolg­ten Ände­rung des Ver­fah­rens­rechts ans höch­ste Gericht in Lau­sanne wei­ter­ge­zo­gen wer­den, sofern sich eine Rechts­fra­ge von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung stellt oder wenn es sich aus ande­ren Grün­den um einen beson­ders bedeut­sa­men Fall han­delt (Art. 83 und 84 Bun­des­ge­richts­ge­setz).

Michael Fischer

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